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Migration von Hochqualifizierten im Kontext der Entwicklung der Einwanderungskonzepte deutscher Parteien

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Auszug

Die Migrationsprozesse, die in der Nachkriegsgeschichte Deutschlands stattfanden, verliefen unter anderen Gesichtspunkten als die Migration von hochqualifizierten ausländischen Arbeitnehmern. Die Anwerbungspolitik der 60er Jahre war zwar als wirtschaftliche Maßnahme zur Behebung der Engpässe auf dem deutschen Arbeitsmarkt konzipiert, konzentrierte sich jedoch auf die Aufnahme gering- bis mittelqualifizierter Arbeitskräfte. Die Aufnahme von Aussiedlern, Asylsuchenden und Flüchtlingen hatte andere als wirtschaftliche Hintergründe, schloss jedoch die Einwanderung von Hochqualifizierten nicht aus. Das wirtschaftliche Potenzial dieser Menschen wurde allerdings nicht thematisiert. Ebenfalls nicht thematisiert wurde die Beschäftigung ausländischer Hochqualifizierter aus EU-Ländern, deren Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis durch das EU-Recht geregelt war und ist. Keine besondere Beachtung in der Öffentlichkeit hat auch der befristete Einsatz von höher qualifizierten ausländischen Arbeitnehmern, die zu Beginn der 90er Jahre im Rahmen der Gastrabeiterprogramme für gering- bis qualifizierte Arbeitnehmer aus den ehemaligen sozialistischen Ländern gekommen seien, gefunden (Hunger 2003: 42). Diese Arbeitsmigration wurde jedoch eher im entwicklungspolitischen als im wirtschaftlichen Sinne von der Bundesregierung zugelassen (Hunger 2003).

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Literatur-und Quellenverzeichnis

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Copyright information

© VS Verlag für Sozialwissenschaften | GWV Fachverlage GmbH, Wiesbaden 2008

Authors and Affiliations

  1. 1.Verband „Deutsche Jugend in Europa e.V., Landesverband Hessen“Deutschland

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