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Die audiovisuelle Datenerhebung

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Auszug

Die Untersuchung von face-to-face-Interaktionen in Gremien hat es mit höchst flüchtigen und komplexen Vorgängen zu tun. Sie beginnt daher mit der audiovisuellen Fixierung des kommunikativen Sitzungsgeschehens, eine grundlegende Aufgabe, mit der bereits analytisch relevante Weichenstellungen verbunden sind, da sich die gewählten Erhebungsinstrumente42 und -methoden auf den Umfang und Detailreichtum der später verfügbaren Daten auswirken. Ziel dieses ersten Verfahrensschritts sollte eine möglichst interpretationsoffene, nicht durch Vorannahmen geprägte Datenbasis sein. Daher behandelt dieses Kapitel schwerpunktmäßig,
  • weshalb Ton- und Videoaufzeichnungen des Sitzungsverlaufs unverzichtbar sind (4.1.),

  • was bei der Erhebung speziell von Videodaten zu beachten ist (4.2.),

  • wie sich ein auch für größere Gremien geeignetes Aufnahmekonzept erstellen lässt (4.3.),

  • worauf beim Feldzugang und der Sitzungsaufnahme vor Ort geachtet werden sollte (4.4.).

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Literatur

  1. 42.
    Zur ausführlichen Diskussion über den „Technikeinsatz im qualitativen Forschungsprozess“ siehe Gibbs u.a. 2002, Lomax/Casey 1998 und Irion 2002.Google Scholar
  2. 43.
    Zu den Vorzügen und aktuellen Entwicklungen der videogestützten Datenerhebung siehe Knoblauch u.a. 2006. Zur Verwendung von Videoaufnahmen bei der Erforschung nonverbalen Verhaltens allgemein siehe Frank u.a. 2005, von face-to-face-Interaktionen siehe Heath/Hindmarsh 2002 und Heath 2004. Anwendungsorientierte Beispiele aus verschiedenen Forschungsfeldern geben Koch/Zumbach 2002, Schmitt 2001 und Diegritz/Fürst 1999.Google Scholar
  3. 44.
    Eine Gegenüberstellung von Videoaufnahme und Wahrnehmungen mit „bloßem Auge“ findet sich bei Knoblauch u.a. 2006: 10.Google Scholar
  4. 45.
    Gütekriterien qualitativer Forschung, darunter das der intersubjektiven Nachvollziehbarkeit, diskutiert und entwickelt Steinke 2003.Google Scholar
  5. 46.
    Auch aus diesen Gründen betont Knoblauch, dass Videodaten eine eigene Datenart darstellen (Knoblauch 2004; Knoblauch u.a. 2006: 9). Je nach Aufnahmezusammenhang würden ganz verschiedene sozialwissenschaftlich interessante Sorten bzw. „methodological dimensions“ von Video daten erzeugt, deren Spektrum von „natural situations“ bis zum „wedding video“ reiche (Knoblauch u.a. 2006: 13).Google Scholar
  6. 47.
    Eine flexibel handgeführte Kamera verwendet z.B. Reinhold Schmitt (Schmitt 2001). Durch Zooms und Schwenks wird das Geschehen handlungsabhängig fixiert (z.B. durch das Richten der Kamera auf den gerade Sprechenden), damit aber auch auf eine Gesamtperspektive verzichtet.Google Scholar
  7. 48.
    Flick zufolge sollte anhand der Untersuchungsfrage entschieden werden, welche Alternative günstiger ist (Flick 2007: 317).Google Scholar
  8. 50.
    Ein statisches Aufnahmekonzept zur Dokumentation von Gruppeninteraktionen findet sich bereits bei Kendon (Kendon 1970). Eine bewegte und eine statische Videokamera kombinieren Diegritz/Fürst (Diegritz/Fürst 1999). Zur Diskussion verschiedener Aufnahmekonzepte siehe auch bei Feld/Williams 1975: 25–32 und Grimshaw 1989: 71–74.Google Scholar
  9. 53.
    Da Powerpoint-Präsentationen eine besondere Form der Mitteilung von Wissen darstellen (Knoblauch/ Schnettler 2007), kann es analytisch wertvoll sein, sie in Gänze (einschließlich der Bildprojektionen) zu erheben.Google Scholar

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© VS Verlag für Sozialwissenschaften | GWV Fachverlage GmbH, Wiesbaden 2008

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