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Was sind Gremien? Definition und Forschungsstand

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Auszug

Wenn Menschen gemeinsam etwas entscheiden wollen, müssen sie sich über die Situation, den Entscheidungsbedarf und die Handlungsalternativen verständigen. Dies geschieht in der Regel dadurch, dass sich Menschen versammeln. Vor allem dann, wenn es sich um mehr als zwei Personen handelt, ist das übliche Medium der gemeinsamen Entscheidungsfindung die mündliche Beratung in Anwesenheit der Beteiligten. Gemeinsames Entscheiden ist so meist Kommunikation unter Anwesenden. Erst in jüngerer Zeit sind durch neue technische Medien Möglichkeiten geschaffen worden, sich auch bei mehr als zwei Beteiligten in Nicht-Anwesenheit mittels mündlicher oder schriftlicher Kommunikation zu beraten (Telefon- oder Videokonferenzen, Internetkommunikation). Die mündliche Beratung in direkter Interaktion ist aber nach wie vor die bei weitem dominierende Form der gemeinsamen Entscheidungsfindung. Traditionell werden Zusammenkünfte zur Beratung gemeinsamer Angelegenheiten als Versammlungen bezeichnet.

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Literatur

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    Der Begriff ist dem lateinischen gremium entlehnt, das „Schoß“ beziehungsweise „das Innerste“ bedeutet. Er hat sich im 19. Jahrhundert für beschlussfassende oder beratende Körperschaften eingebürgert. Das deutsche Wort Gremium weist aber auch Nähen zum griechischen άγɛïρɛιν für „versammeln“ auf (Drosdowski 1963: 234–235).Google Scholar
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