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Auszug

Die Landesgeschichte gerät in der Wissenschaftspflege in Deutschland zusehends in die Defensive. Augenfälligstes Kennzeichen dieser breiten Entwicklung ist der fortschreitende Stellenabbau. Die Fördermittel werden beständig eingeschränkt. Auf dem zurückliegenden deutschen Historikertag wurde sorgenvoll bereits vom „Abend der Landesgeschichte“ in der Bundesrepublik Deutschland gesprochen. Hauptursache für diese bedrohliche Entwicklung sind unverkennbare Verschiebungen in den politischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen. Die zunehmende Technisierung und fortschreitende Ökonomisierung der modernen Lebenswelten haben im Zusammenwirken mit einer breiten Internationalisierung aller Lebensbereiche veränderte Arbeitsgrundlagen geschaffen. Die Landesgeschichte steht zu diesen Grundtendenzen unserer Gegenwart in einem unverkennbaren Gegensatz. Sie hat ihren Standort angesichts dieser sich verschiebenden Rahmenbedingungen neu zu bestimmen. Dabei muss in Deutschland auch den anderen Grundgegebenheiten der nationalen Geschichte Rechnung getragen werden. Partikularismus und Föderalismus haben hier grundsätzlich andere Voraussetzungen geschaffen als in den Zentralstaaten des Umfeldes. Der andersartige Verlauf der deutschen Geschichte erfordert andere Zugangswege und auch eigene Zugangsformen. Deswegen muss die Landesgeschichte in Deutschland einen anderen Stellenwert haben als etwa in Frankreich, Spanien oder England. In diesem Sinne muss das Teilfach in der Wissenschaftslandschaft neu positioniert werden.

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© VS Verlag für Sozialwissenschaften | GWV Fachverlage GmbH, Wiesbaden 2008

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