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Einleitung

Chapter
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Auszug

Der Titel Die Zeit der Gesellschaft gibt eine gesellschaftstheoretische Perspektive vor; der Untertitel Auf dem Weg zu einer soziologischen Theorie der Zeit stellt die folgenden Überlegungen als Teil einer Suchbewegung vor. Obwohl Diagnosen aus den siebziger Jahren, das Thema Zeit sei ein eher vernachlässigter Topos soziologischer Theoriebildung (vgl. Lüscher 1974: 101ff.; Waldmann 1971: 687), heute sicher nicht mehr zutreffen, kann man auch heute noch im Gespräch mit soziologischen und anderen sozialwissenschaftlichen Gesprächspartnern oft Befremden oder zumindest Hilflosigkeit ernten, wenn man sich als Soziologe mit dem Thema Zeit beschäftigt. Ich teile dabei Erfahrungen etwa mit Werner Bergmann (1981a: 9) und Barbara Adam (1990: 1f.). Gleichwohl kann man derzeit ein erhebliches Interesse am Zeitproblem registrieren, wie erst jüngst erschienene Sammelbände belegen (vgl. z.B. Zoll 1988; Tholen/Scholl 1990; Kamper/Wulf 1987). Allein, das ändert noch nichts daran, daß — wie Helga Nowotny treffend bemerkt — trotz des ständigen Umgangs mit Zeit, Zeitverhältnissen und Zeitkonzeptionen „der diskursive Austausch über Zeit unterentwickelt“ (Nowotny 1989: 7) ist. Das gilt nicht zuletzt für die soziologische Theoriebildung, obwohl mit einigen wichtigen Arbeiten bereits entscheidende Schritte auf dem Wege zu einer theoretischen Beschreibung der Zeit der Gesellschaft beschritten worden sind (vgl. Luhmann 1975b und 1980a; Bergmann 1981a; Schmied 1985; Giddens 1988; Adam 1990; überblicksartig Bergmann 1981b). Im Rahmen dieser Suchbewegung beabsichtigt die vorliegende Abhandlung einen weiteren Schritt beizutragen.

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Literatur

  1. 1.
    Allerdings gebe ich Werner Bergmann Recht, der in Sorokins und Mertons Ansatz selbst noch keine Anhaltspunkte für eine Überwindung ontologischer Seinsunterstellungen sieht: „Erst mit der Relativierung des ontologischen Zeitbegriffs auf eine Vielzahl sozialer Zeiten hin kann ihrer Meinung nach die Zeit als Kategorie für die Soziologie an Bedeutung gewinnen. Die genannte Begründung erscheint mir als nicht stichhaltig, denn ein ontologischer Zeitbegriff muß die Annahme einer Mehrzahl von Zeiten (...) nicht ausschließen.“ (Bergmann 1981a: 11) Ein kurzer Hinweis zur Zitierweise: Hervorhebungen in Zitaten entsprechen dem Original, soweit nicht explizit auf das Gegenteil hingewiesen wird.Google Scholar

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