Advertisement

Börse im Blog. Eine Analyse medienintegrierter und unabhängiger Finanz-Weblogs

Chapter

Auszug

Folgt man der euphorischen Begleitmusik, die von der Internetforschung angestimmt worden ist, dann sind Weblogs für etablierte klassische Medien zu einer publizistischen Konkurrenz geworden. Resonanz, Reichweite und Relevanz der Blogs haben sich enorm entwickelt, vor allem in den USA. Deutschland liegt zwar hinsichtlich der aktiven und passiven Blogaktivitäten noch weit hinter den meisten westlichen Ländern zurück (vgl. Neuberger/Nuernbergk/Rischke, 2007: 97–102), aber auch hierzulande entwickeln sich allmählich Weblogs zu einem erkennbaren Format der Internetöffentlichkeit. Auf die damit verbundene — meist weit überschätzte — Gefahr, dass den Mainstreammedien durch Weblogs hinsichtlich der Aufmerksamkeitsverteilung das Wasser abgegraben und die Thematisierungskompetenz streitig gemacht wird, haben unterdessen viele Medienhäuser reagiert: Vor allem seit vor ca. fünf Jahren Agenda-Setting-Prozesse beobachtet worden waren, die aus dem Ghetto des „Inter-Weblog Agenda Setting“ (vgl. Haas, 2005) ausbrachen, und erstmals auch in Deutschland aus der sog. Blogosphäre Publikationsdruck auf die etablierten Medien ausgeübt wurde (vgl. Schmidt, 2006: 133f.); auch wenn das bis heute die Ausnahme geblieben ist (vgl. Neuberger/Nuernbergk/Rischke, 2007: 107). Nach dem napoleonischen Motto „Wenn Du Deine Feinde nicht besiegen kannst, verbünde Dich mit ihnen“ kaufen arrivierte Medien seit Beginn des Jahres 2005 renommierte Blogger ein, oder sie lassen fähige oder renommierte Talking Heads des eigenen Hauses bloggen, um diese Sparte publizistisch abzudecken.

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Literatur

  1. Blood, R. (2002). The weblog handbook: Practical advice on creating and maintaining your blog. Cambridge: Perseus Publishing.Google Scholar
  2. Haas, T. (2005). From ‘public journalism’ to ‘public’s journalism’? Rhetoric and reality in the discourse on weblogs. Journalism Studies, 6, 387–396.CrossRefGoogle Scholar
  3. Lenhart, A./ Fox, S. (2006). Bloggers. A portrait of the internet’s new storytellers. Pew Internet & American Life Project. Online unter http://www.pewinternet.org/pdfs/PIP%20Bloggers%20Report%20July%2019%202006.pdf (21.12.2007).
  4. Löffelholz, M. (1999). Perspektiven politischer Öffentlichkeiten. Zur Modellierung einer system-und evolutionstheoretischen Analyse. In K. Kamps (Hrsg.), Elektronische Demokratie. Perspektiven politischer Partizipation (S. 263–279). Opladen/Wiesbaden: Westdeutscher Verlag.Google Scholar
  5. Luckmann, T. (1986). Grundformen der gesellschaftlichen Vermittlung des Wissens. Kommunikative Gattungen. In F. Neidhardt/ M. Lepsius/ J. Weiß (Hrsg.), Kultur und Gesellschaft. Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie. Sonderheft 27 (S. 191–211). Opladen: Westdeutscher Verlag.Google Scholar
  6. Maatz, B. (2007). Traum vom WWW.all Street Journal. Ftd.de vom 26.7.2007. Online unter http://ftd.de/technik/medien_internet/:Traum%20WWW%20Street%20Journal/231044.html (20.12.2007).
  7. Mangold, I. (2007). Ich. Letzte Lockerung: Journalisten und ihre Videoblogs. Süddeutsche Zeitung Nr. 276 vom 30. November 2007, S. 13.Google Scholar
  8. Mast, C. (2003). Wirtschaftsjournalismus. Grundlagen und neue Konzepte für die Presse. Wiesbaden: Westdeutscher Verlag.Google Scholar
  9. Neuberger, C. (2005). Formate der aktuellen Internetöffentlichkeit. Über das Verhältnis von Weblogs, Peer-to-Peer-Angeboten und Portalen zum Journalismus — Ergebnisse einer explorativen Anbieterbefragung. Medien und Kommunikationswissenschaft 53, 73–92.Google Scholar
  10. Neuberger, C./ Nuernbergk, C./ Rischke, M. (2007). Weblogs und Journalismus: Konkurrenz, Ergänzung oder Integration? Eine Forschungssynopse zum Wandel der Öffentlichkeit im Internet. Media Perspektiven, (2), 96–112.Google Scholar
  11. Pleil, T. (2005). Öffentliche Meinung aus dem Netz? Neue Internet-Anwendungen und Public Relations. In K. Arnold/ C. Neuberger (Hrsg.), Alte Medien — neue Medien. Theorieperspektiven, Medienprofile, Einsatzfelder. Festschrift für Jan Tonnemacher (S. 242–262). Wiesbaden: Westdeutscher Verlag.Google Scholar
  12. Rössler, P. (2005). Inhaltsanalyse. Konstanz: UVK.Google Scholar
  13. Schmidt, J. (2006). Weblogs. Eine kommunikationssoziologische Studie. Konstanz: UVK.Google Scholar
  14. Stöcker, C. (2006). Blogstudie: Der Nachwuchs ist weiblich. Spiegel Online vom 10.2.2007. Online unter http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,400154,00html (12.04.2007).
  15. Singer, J. B. (2005). The political j-blogger. ‘Normalizing’ a new media form to fit old norms and practices. Journalism, 6, 173–198.CrossRefGoogle Scholar
  16. Wall, M. (2005). ‘Blogs of war’. Weblogs as news. Journalism, 6, 153–162.CrossRefGoogle Scholar
  17. Welker, M. (2007). Medienschaffende als Weblognutzer: Wer sie sind, was sie denken. Eine explorative Analyse. In H. Rau (Hrsg.), Zur Zukunft des Journalismus (S. 95–116). Frankfurt am Main: Peter Lang.Google Scholar
  18. Zengerle, S. (2004). Börsenberichterstattung im Wandel. Ein Vergleich der Börsenberichterstattung in der deutsche Presse vor und nach dem Börsenhype Ende der 90er Jahre. Universität Eichstätt, Diplomarbeit.Google Scholar

Copyright information

© VS Verlag für Sozialwissenschaften | GWV Fachverlage GmbH, Wiesbaden 2008

Authors and Affiliations

  1. 1.Institut für Kommunikationswissenschaft und MedienforschungLudwig-Maximilians-UniversitätMünchen
  2. 2.Katholischen Universität Eichstätt-IngolstadtDeutschland

Personalised recommendations