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Journalisten als Blognutzer: Verderber journalistischer Standards?

Eine Untersuchung zur Erklärung von Blognutzung und -wirkung im Journalismus
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Auszug

Interaktive, partizipative und auf sog. kollektiver Intelligenz (vgl. Schenk/Taddicken/Welker, 2008: 246 f.) beruhende Netzangebote und -anwendungen, jetzt als „Web 2.0“ bekannt (vgl. O’Reilly, 2005), sind in aller Munde. Massenmedien und Journalisten haben mit ihrer Berichterstattung auch in Deutschland die Popularität des Begriffs und des Phänomens befeuert.1 Sie berichteten aber nicht nur über Web 2.0 als neutrale Beobachter, sie nahmen auch selbst an der Anwendung und Entwicklung des neuen Internets teil. Eine der wichtigsten Web 2.0-Anwendungen sind Weblogs,2 und diese führen nun besonders deutlich vor Augen, welche Potenziale das neue Internet besitzt und welche Veränderungen in Journalismus, Öffentlichkeit und Gesellschaft angeregt werden. Veränderungen, die sich bereits heute — induziert durch Weblogs — abzeichnen, sind einmal die Disintermediation (Neuberger, 2007; Neuberger/Nuernbergk/Rischke, 2007), die Umgehung von etablierten Medien und Journalisten durch Öffentlichkeitsarbeit und Politik.3 Zum zweiten beginnt sich zwischen Weblogs und Massenmedien ein Austauschverhältnis aufzubauen. „Si sta creando una circolarità tra i due mondi: blog famosi vengono ospitati su portali di grandi testate, i giornalisti imparano a monitorare i blog come fonte d’informazione. [So entsteht ein Kreislauf zwischen beiden Welten: Bekannte Blogs erhalten über die Portale großer Zeitungen eine Plattform und Journalisten lernen im Gegenzug, wie sie Blogs als Informationsquellen nutzen können.]“ (Faré/Foa/Uboldi, 2006: 4). Erfolgreiche Blogger werden von etablierten Medien eingekauft und integriert, während professionelle Journalisten lernen, Blogs für ihre Arbeit zu nutzen. Dabei entstehen wechselseitige Einflüsse, die noch größtenteils ungeklärt sind.4

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Copyright information

© VS Verlag für Sozialwissenschaften | GWV Fachverlage GmbH, Wiesbaden 2008

Authors and Affiliations

  1. 1.Institut für Kommunikations- und MedienwissenschaftUniversität LeipzigLeipzig

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