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Der Schulstart der Kinder in der FLEX aus der Perspektive der Experten — Evaluationsstudien 1995–2006

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Auszug

Für die Beantwortung der zuvor im Abschnitt 3.6 präzisierten Untersuchungsfragen zum Gelingen des Schulanfangs aus Expertensicht erfolgt in diesem Kapitel eine Reanalyse bereits vorliegender Daten zur Entwicklung der Schulleistungen sowie zur sozio-emotionalen Entwicklung von Kindern in FLEX-Klassen aus Evaluationsstudien aus den Jahren 1995 bis 2006. Dazu werden die Evaluationsberichte zum Pilotprojekt „Flexible kindgerechte Schuleingangsphase“ (1992–1995, Witzlack/Burrmann 1995), zum Schulversuch FLEX 2 (1999–2002, Branzke 2002), zum Schulversuch FLEX 20 (2000–2004, Liebers 2004) sowie weitere vorliegende Einzelberichte (MBJS 2005, Ditton/Krüsken 2006, Liebers 2007, Neumann/Harych 2007) als Quellen herangezogen und deren Befunde unter dem Fokus gesichtet, welchen Beitrag sie zur Beantwortung der Forschungsfrage leisten können. Aus diesen Daten und Befunden wird eine Sichtweise konstruiert, die im ökosystemischen Verständnis als die Perspektive der professionell im Feld tätigen Experten auf das Gelingen des Schulanfangs in der FLEX verstanden werden kann.

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Literatur

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    Im Schulversuch FLEX 20 waren sechs Schulen mit einem überaus hohen Anteil an Kindern mit FDL vertreten. ‚Spitzenreiter’ waren zwei Schulen mit einem Anteil von 12,6 % bzw. 13,7 % Kindern mit sonderpädagogischem Förderbedarf, die aus den regulären Einzugsbereichen der Schulen stammten (Rittel et al. 2004). Nach diesen Ergebnissen war davon auszugehen, dass es im Land Brandenburg einige Grundschulen gibt, an denen sich auf Grund des Einzugsgebietes Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf brennpunktartig konzentrieren.Google Scholar
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    Im Januar 2002 wurde in den 20 Schulversuchsschulen (FLEX 20) für 142 Kinder angegeben, dass sie eine förderdiagnostische Lernbeobachtung erhalten. Zu diesem Sachverhalt wurde eine Begleituntersuchung (Rittel et al. 2004) beauftragt, welche die Hintergründe und Ursachen für den hohen Anteil von Kindern mit förderdiagnostischer Lernbeobachtung klären sollte. An fünf ausgewählten Schulen mit einem sehr hohen Anteil an Kindern mit FDL sollte exemplarisch geklärt und überprüft werden, ob dieser Anteil von den FLEX-Lehrerinnen richtig eingeschätzt wurde, ob hier andere Effekte wirken und welche Ursachen dafür in Betracht zu ziehen sind. Nur bei einem Kind wurde die Einschätzung der Lehrerin nicht bestätigt. Allerdings wurde auch nicht für alle Kinder ein gleich intensiver Förderbedarf ermittelt: Im Ergebnis war an den untersuchten fünf Versuchsschulen für fast 9,7 % aller Kinder ein sonderpädagogischer Förderbedarf vergleichbar einem Feststellungsverfahren nachzuweisen, davon für 7,9 % im Förderschwerpunkt Lernen. Für 6 % aller Kinder an diesen fünf Schulen wurde ein erhöhter Förderbedarf nachgewiesen, der präventiver und zeitweiliger sonderpädagogischer Förderung bedurfte, davon 4,8 % im Förderschwerpunkt Lernen. Für weitere 4 % aller Kinder wurde ein Förderbedarf nachgewiesen, der mit den Mitteln der Grundschule und ohne zusätzliche förderdiagnostische Lernbeobachtung zu beheben war. Nur für 1,4 % der Kinder konnte ein erhöhter bzw. sonderpädagogischer Förderbedarf im Schwerpunkt Verhalten diagnostiziert werden, obwohl dieser für fast ein Viertel der Kinder im Vorfeld von Lehrkräften vermutet wurde. 52 % der Kinder mit Förderbedarf zeigten Sprachauffälligkeiten. Ein besonderes Phänomen stellt die Komplexität der Auffälligkeiten dar: “Bei mehr als der Hälfte der Kinder (...) zeichnen sich deutlich mindestens zwei Förderschwerpunkte als Orientierung für pädagogisches und sonderpädagogisches Handeln ab. (...) Mitunter fiel es schwer, die Dominanz für einen Förderschwerpunkt zu benennen, weil z. B. sowohl beim Lernen als auch bei der Sprache oder im Verhalten ein hoher, nahezu gleichwertiger Förderbedarf vorlag. Angesichts dieser Werte sind Grenzen eines traditionell nur fachrichtungs-bzw. behinderungsbezogenen sonderpädagogischen Vorgehens erreicht. Flexible, Fachgrenzen überschreitende sonderpädagogische Aktivitäten sind hier notwendig.“ (Rittel et al. 2004: 106)Google Scholar
  10. 184.
    In dieser Schule betrug der Anteil von Kindern mit sonderpädagogischem Förderbedarf im Bereich Lernen nahezu 13 % (Rittel 2004).Google Scholar

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