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Der kommunikationswissenschaftliche und der medienpolitische Zugang

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Auszug

Der zentrale kommunikationswissenschaftliche Begriff der publizistischen Vielfalt dient der Beschreibung der Qualität medialer Leistungen für die Allgemeinheit. „Diese Vielfalt soll in möglichst großer Breite, Vollständigkeit und Ausgewogenheit zum Ausdruck kommen und dadurch die Informationsfreiheit des Einzelnen sowie die Artikulationsmöglichkeiten von Minderheit(smeinung)en gewährleisten. Vielfalt wird in strukturelle bzw. Funktions-Vielfalt, formale und inhaltliche Vielfalt unterteilt. Funktions-Vielfalt meint die Breite größerer struktureller Einheiten (etwa den vom Rundfunk gesetzlich geforderten Funktionen Information, Bildung, Beratung und Unterhaltung). Formale Vielfalt wird in der Varianz von Präsentationsformen (z.B. Gestaltungselemente oder journalistische Stilformen) festgemacht. Diese Vielfaltsform wird durch die Quellenvielfalt ergänzt, also die unterschiedliche Herkunft der Informationen, und knüpft eine Verbindung zwischen dem Kriterium der Vielfalt und der Richtigkeit der Informationen. Inhaltliche Vielfalt bezieht sich auf Merkmale der Informationen und Meinungen, der Interessen-, Themen- und Personendarstellung. Sie lässt sich in vier Hauptkomplexe differenzieren: Vielfalt der Lebensbereiche, Vielfalt geographischer/regionaler Räume, Vielfalt kultureller/ethnischer Gruppen sowie Vielfalt gesellschaftlicher/politischer Interessen. Diese Interessen finden ihren Ausdruck in der Vielfalt von Issues und Akteuren. Unter Issues wird der Bezug auf abstrakte Sachgebiete oder Konflikte (z.B. Wirtschaft, Gesundheit, Kultur usw.) verstanden. Akteure lassen sich in Repräsentanten sozialer Einheiten (z.B. Politiker) oder Individuen mit deren kontextualen (Soziodemografie, Zugehörigkeit zu einer sozialen Einheit etc.) und Verhaltensmerkmalen (handelndes Subjekt oder Objekt des Geschehens) unterteilen.

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© VS Verlag für Sozialwissenschaften | GWV Fachverlage GmbH, Wiesbaden 2008

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