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Der Capabilities-Ansatz als neue Orientierung in der Erziehungswissenschaft

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Auszug

Der mit den Namen des indischen Ökonomen und Nobelpreisträgers Amartya Sen (1992, 2000, vgl. Klasen/Günther 2006) und der US-amerikanischen Philosophin (vgl. 1999), (2006) verbundene Capabilities-Ansatz ist ein international zunehmend diskutierter, gerechtigkeitstheoretischer Ansatz, der die Frage nach einem guten Leben bzw. einer gelingenden praktischen Lebensführung in den Mittelpunkt stellt1. Der primäre Fokus von Sens Capability Approach ist das Arrangement differenter Handlungs- und Daseinsweisen, über das je unterschiedliche Menschen verfügen und damit verbunden die Frage nach ihren positiven Freiheiten, sich für ein als erstrebenswert betrachtetes Leben entscheiden zu können. Demgegenüber schlägt Martha Nussbaum mit ihrem Capabilities Approach eine „objektive Liste“ fundamentaler Möglichkeiten und Befähigungen vor, die sie als Grundlage eines erfüllten, gedeihlichen Lebens („human flourishing“) im Sinne komplexer menschlicher Zustände und Handlungsweisen begründet.

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Literatur

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Copyright information

© VS Verlag für Sozialwissenschaften | GWV Fachverlage GmbH, Wiesbaden 2008

Authors and Affiliations

  1. 1.Erziehungswissenschaft mit dem Schwerpunkt Soziale Arbeit an der Fakultät für Pädagogik der Universität BielefeldDeutschland
  2. 2.Sozialpädagogik am Institut für Erziehungswissenschaft der Westfälischen Wilhelms-Universität MünsterDeutschland

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