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Das Bekleidungsverhalten junger Frauen und Männer in der Zeit des Post-Punk

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Auszug

Der Punk startete in den Straßen der Arbeiterviertel von England als Reaktion auf jugendliche Arbeitslosigkeit und soziale wie wirtschaftliche Rezession. Das Outfit der Punks war radikal, anders und antiästhetisch. Im Folgenden sollen nicht die einzelnen Varianten und Erklärungsmuster der Punkbewegung dargestellt werden; dies ist auf wissenschaftlicher sowie feuilletonistischer Ebene zu Genüge getan worden (vgl. Clarke 1981, Hebdige 1983, Baacke 1972, Soeffner 1986 etc.). Meine These ist die, dass der Punk den klassischen Bedeutungsgehalt von Mode aufgehoben hat. Klassisch war die Mode in ihrer Gestalt vom Geschlecht, Alter und Verwendungszweck abhängig und dem jeweiligen Modediktat unterworfen. Der Punk in seiner Entwicklung vom Radikal-Punk über den Alternativen- und Freizeit-Punk bis zu dem via Medien vermarkteten Soft-Punk löste die einstige Funktion von Mode und Bekleidung hinsichtlich Distinktion, Trennung der Klassen und Geschlechter auf. Wie man auch die unterschiedlichsten Erscheinungsbilder des Punk charakterisieren möchte, eins hatten alle Punks gemeinsam: die Verdrehung von schön und hässlich, von ästhetisch und antiästhetisch. Ihr gemeinsames Konzept war die Originalität und Kreativität ihres Stils, der dem alten Schönheitsideal entgegengesetzt wurde. Durch die Kraft ihres „Minderheiteneinflusses“ (vgl. Mugny 1982, Moscovici 1981) hatten sie die Möglichkeit, breite Bevölkerungsteile hinsichtlich ihres Bekleidungsverhaltens zu beeinflussen und zu verändern. Der Punk hat wie keine andere soziale Bewegung den Bedeutungsgehalt von Mode im klassischen Sinn in Frage gestellt und aufgehoben.

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© VS Verlag für Sozialwissenschaften | GWV Fachverlage GmbH, Wiesbaden 2008

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