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Von der Kinderarmutsforschung hin zur Resilienzperspektive

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Auszug

Kinderarmut gehörte in der Bundesrepublik lange Zeit zu den ignorierten Themen, dies gilt für die öffentliche politische Debatte ebenso wie für die sozialwissenschaftliche Forschung. Die in den 1980er Jahren im Anschluss an internationale Diskurse sich etablierende „neue soziologische Kindheitsforschung“ interessierte sich zunächst nicht für die Armutsproblematik, und der sich ebenfalls in jenen Jahren entwickelnden sozialwissenschaftlichen Armutsforschung fehlte der spezifische Blick auf die Kinder. Erst seit etwa zehn Jahren scheint dieses Desinteresse überwunden zu sein: Armut von Kindern ist mittlerweile zu einem prominenten Thema der sozialwissenschaftlichen Forschung avanciert und die Problematik in Armut lebender Kinder beschäftigt heute die Politik wohl gleichermaßen wie die sozial-/pädagogische Praxis.

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Literatur

  1. 69.
    Vgl. UNICEF 2005: Es handelt sich um einen Anstieg um 2,7%, womit Deutschland an 12. Stelle von 20 Ländern stand, und somit einen mittleren Platz einnahm. Die niedrigsten Kinderarmutsquoten wiesen die skandinavischen Länder auf, die höchsten Italien, USA und Mexiko. Als relativ arm galten Kinder, die in einem Haushalt mit einem Einkommen lebten, das weniger als die Hälfte des nationalen Durchschnittseinkommens betrug.Google Scholar
  2. 70.
    Vgl. Die Zeit, Nr. 17, 2007.Google Scholar
  3. 72.
    Vgl. dazu auch den Materialienband 1 zum 10. Kinder-und Jugendbericht: Lepenies, Anette u.a. 1999.Google Scholar
  4. 73.
    Vgl. Expertise zum 7. Kinder-und Jugendbericht des Landes NRW, MFJFG 2000, vgl. auch: Kommunale Kinderarmutsberichte der Stadt Düsseldorf (1999) und der Stadt Münster (2002), Armuts-und Reichtumsberichte der Bundesregierung BMAS 2001 und BMGS 2005.Google Scholar
  5. 74.
    Z. B.: der „Genfer Erklärung über die Rechte des Kindes“ von 1924, (vgl. Fesenfeld o. J.)Google Scholar
  6. 75.
    Vgl. dazu Übersichten in: Werner 2000. In der Bundesrepublik gibt es bisher eine einzige Längsschnittstudie zu Kinderarmut, die vom Institut für Sozialarbeit und Sozialpädagogik in Frankfurt von 1997–2004 durchgeführt wurde, worauf an späterer Stelle noch ausführlicher eingegangen wird.Google Scholar
  7. 76.
    Panel Studies of Income Dynamics (PSID) seit 1968, seit 1997 mit einem speziellen Child Development Supplement.Google Scholar
  8. 77.
    Zur Studie von Hildegard Hetzer vgl.: Zander 2005, S. 111 ff.Google Scholar
  9. 78.
    Zum folgenden Absatz vgl.: Zander: Kindheits-und Armutsforschung im Wandel, in: Butterwegge/ Holm/ Zander 2004, S. 42–74. Dort sind auch weitere Titel aufgeführt, die zu den einzelnen Aspekten bis 2004 erschienen sind.Google Scholar
  10. 79.
    Auf das Münsteraner Projekt bezieht sich insbesondere das Kapitel: „Strategien der Kinder zur Bewältigung von Armut im Stadt/Land-Vergleich, in: Butterwegge/ Holm/ Zander u.a 2004, S. 255–270. Als Mitarbeiterinnen waren in dem Projekt Gisela Wuttke und Barbara Imholz beteiligt.Google Scholar
  11. 80.
    Die Forschungsergebnisse dieser Studien wurden in mehreren Bänden publiziert: vgl. Hock u.a. 2000a, Hock u.a. 2000b, Holz/Skoluda 2003, Holz/Puhlmann 2005.Google Scholar
  12. 81.
    Vgl. Hengst Heinz/ Helga Zeiher 2005, S. 9 ff. Dieser Bezug auf die „neue Kindheitsforschung“ soll hier nicht generalisiert werden. Sie trifft aber beispielsweise für die AWO-ISS-Studien, die Studie von Chassé/Zander/Rasch 2005 und Butterwegge/Holm/Zander 2004 zu.Google Scholar
  13. 82.
    Jahrestagung der Sektion „Soziologie der Kindheit“ in der DGS, am 5./6. Oktober 2007 in München.Google Scholar
  14. 83.
    Vgl. z.B. Schilderungen zu Kinderarmut in der aufkommenden Industrialisierung: Balkenhol 1976Google Scholar
  15. 84.
    Zur folgenden Erörterung zu Kindern im Modernisierungsprozess vgl.: Chassé/Zander/ Rasch 2005, S. 36 ff.Google Scholar
  16. 85.
    Siehe dazu die Edition zur „Zweiten Moderne“, die von Ulrich Beck und Anthony Giddens herausgegeben wird, z.B.: Beck (1997 und 2007).Google Scholar
  17. 86.
    Vgl. Richter (2000), Chassé/ Zander/ Rasch (2005), Butterwegge/Holm/Zander (2004) und die AWO-ISS-Studie (1997–2004).Google Scholar
  18. 88.
    Diese Tradition der sozialpolitischen Orientierung findet auch in der aktuellen Lebenslagen-und Armutsforschung ihre Fortsetzung: vgl. z.B. Lompe 1987, Andretta 1991, Hanesch u.a. 1994.Google Scholar
  19. 89.
    Zum Weisserschen Lebenslagekonzept und seiner Weiterentwicklung durch Nahnsen vgl.: Chassé/ Zander/ Rasch 2005, 53 ff.Google Scholar
  20. 92.
    Vgl. dazu die schon erwähnten Studien von Chassé/Zander/Rasch 2005, Butterwegge/ Holm/ Zander 2004; auch die AWO-ISS-Studien 1997–2004 beziehen sich auf das Lebenslagekonzept, wenn auch nicht in der Variante des Spielräumekonzepts und ebenso die Pionierstudie von Richter 2000.Google Scholar
  21. 93.
    Zur Übertragung des Spielräumekonzepts auf Kinder vgl. auch: Chassé/ Zander/ Rasch 2005, S. 59 ff.Google Scholar
  22. 94.
    Nicht weiter eingehen will ich hier auf die Kritik, die dieses Konzept ursprünglich in der Fachwelt ausgelöst hat und die nicht wiederholt werden soll. Vgl. dazu u.a.: Butterwegge 1996, Herrmann 1997.Google Scholar

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