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Ausmaß, Struktur und Ursachen von Armut von Erwerbstätigen

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Auszug

In Kapitel 3 wurden zum einen Erwartungen bezüglich der Unterschiede im Ausmaß und der Struktur von Armut von Erwerbstätigen zwischen Wohlfahrtsregimes und zum anderen Hypothesen bezüglich der grundlegenden wohlfahrtsstaatlichen Dimensionen Dekommodifizierung, Defamilisierung und der Zentralisierung von Lohnverhandlungssystemen formuliert. Die Analysen in diesem Kapitel beziehen sich auf diese Hypothesen, zunächst allerdings ohne diese formal überprüfen zu können. Stattdessen orientieren sich die Analysen an vier allgemeiner formulierten Fragen, deren Beantwortung als Voraussetzung für die Überprüfung der Hypothesen in einem weiteren Analyseschritt angesehen wird:
  • ▪ Erstens, unterscheidet sich die Größe und Zusammensetzung von Erwerbstätigenhaushalten im Ländervergleich (Abschnitt 5.3)? Falls ja, geht es darum zu klären, ob diese Unterschiede durch ein unterschiedliches Ausmaß an Defamilisierung erklärt werden können.

  • ▪ Zweitens, in welchem Maße und über welche Mechanismen wird Armut von Erwerbstätigen über die Zahlung von Transfers reduziert (Abschnitt 5.4)? Mit Mechanismen ist gemeint, ob allgemein verfügbare Transfers aufstockend zum Erwerbseinkommen gezahlt werden, ob es spezifische Transfers für Erwerbstätige gibt oder ob die Armutsreduktion über Transfers für arbeitslose und nichterwerbstätige Haushaltsmitglieder erzielt wird. So sollen einerseits Länderunterschiede im Ausmaß der Armutsreduktion über Transfers aufgezeigt werden. Andererseits ist die Beantwortung der Frage notwendig, um in einem weiteren Schritt allgemeine Indikatoren, die das Ausmaß von Dekommodifizierung messen, auch in sinnvoller Weise für die Betrachtung von Armut von Erwerbstätigen verwenden zu können.

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References

  1. 69.
    Die hier dargestellten ungewichteten Durchschnittswerte berücksichtigen nicht die absolute Höhe des BIP in einem Land. Sie entsprechen also nicht dem Wachstum der EU insgesamt. Die Europäische Kommission (2004: 228) weist dagegen gewichtete Durchschnittswerte aus. Insgesamt ergibt sich auf Basis dieser gewichteten Werte ein geringeres Wachstum als in Abbildung 5.1 dargestellt, da beispielsweise ein kleines Land wie Irland, das überdurchschnittliches Wachstum aufweist, weniger zum europäischen Durchschnitt beiträgt. Die inhaltliche Aussage, dass die Phase von 1994 bis 2001 im Vergleich zu den Jahren zuvor und danach durch überdurchschnittliches Wachstum geprägt ist, wird allerdings auch durch diese Zahlen eindeutig gestützt.Google Scholar
  2. 70.
    Wie bei der Betrachtung wirtschaftlichen Wachstums (vgl. Fußnote 69) ist auch hier der ungewichtete Durchschnitt ausgewiesen. Aber auch auf Basis des gewichteten Durchschnitts kommt man zu demselben Ergebnis (vgl. European Commission 2004: 238).Google Scholar
  3. 72.
    Abweichend von den übrigen Analysen wird in diesem Abschnitt der Haushalt als Analyseeinheit verwendet, da hier ausschließlich Haushaltsmerkmale betrachtet werden. Andere Studien, die Formen des familialen Zusammenlebens (vgl. Iacovou 2004) oder des ‚income packaging’ von Haushalten (vgl. Maître et al. 2005) betrachten und auf die hier Bezug genommen wird, verwenden auch den Haushalt als Analyseeinheit. Als erwerbstätig wird ein Haushalt betrachtet, wenn mindestens eine Person erwerbstätig ist.Google Scholar
  4. 78.
    Allerdings weisen die Niederlande auch die höchste Teilzeitquote von Männern auf. Dies ist im Kontext der Betonung von Teilzeiterwerbstätigkeit als Strategie zur Beschäftigungsförderung zu sehen, was dem Land auch den Beinamen der ‚first part-time economy of the world’ eingebracht hat (vgl. Visser 2002).Google Scholar
  5. 83.
    Auf einen uneindeutigen Zusammenhang deuten jedoch auch die Ergebnisse von Rueda und Pontusson (2000: 372) hin, die keinerlei Einfluss der Höhe der Arbeitslosigkeit auf das Ausmaß von Lohnungleichheit finden.Google Scholar

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