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Armut von Erwerbstätigen im internationalen Vergleich

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Auszug

Wie einleitend bereits dargestellt wurde, ist die Tatsache, dass sich Armut und Erwerbstätigkeit nicht wechselseitig ausschließen, sowohl auf wissenschaftlicher als auch politischer Ebene erkannt worden. Umso wichtiger ist es also zu fragen, welche Faktoren Armut von Erwerbstätigen verursachen. Ausgehend von der aktuellen Diskussion über Armut von Erwerbstätigen (Abschnitt 2.1) wird in diesem Kapitel dargestellt, wie in der vorliegenden Arbeit vorgegangen werden soll. Dabei geht es um die Methode des Ländervergleichs (2.2) und insbesondere um die Frage, wie der Einfluss institutioneller Rahmenbedingungen aus einer wohlfahrtsstaatlichen Perspektive berücksichtigt werden kann (2.3). In Abschnitt 2.4 wird überblicks artig betrachtet, welche Faktoren das Zusammenfließen von Einkommensressourcen in Haushalten bedingen. Im weiteren Verlauf der Arbeit wird es darum gehen, diesen Ansatz weiter auszuarbeiten und empirisch zu bearbeiten. Dabei sind auch individuelle und haushaltsbezogene Armutsrisiken zu berücksichtigen. Abschnitt 2.5 bietet einen Überblick über entsprechende Ergebnisse früherer Studien, bevor in Abschnitt 2.6 ein Ausblick auf das weitere Vorgehen der Arbeit gegeben wird.

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References

  1. 1.
    Die Arbeiten von Oxley et al. (1997: 75f), Strengmann-Kuhn (2003: 102) und O’Connor/Smeeding (1995) zeigen solche Unterschiede, gehen aber auf mögliche Ursachen nicht oder nur kaum ein.Google Scholar
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    Vgl. auf nationaler Ebene Bäcker 1999, 2000, Göbel et al. 2005, Hanesch et al. 2000, Ponthieux/Concialdi 2000, Sutherland 2001, Manning/Dickens 2002, Nolan 1994, 2000, Brandolini et al. 2002.Google Scholar
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    Bei seiner Betrachtung von 14 EU-Ländern kommt Strengmann-Kuhn (2003: 122) auf eine durch-schnittliche Armutsquote von 18% für Niedriglöhner (gemessen am üblicherweise verwendeten Stundenlohn). Die Variation ist dabei beträchtlich (Belgien: 5,5%, Portugal: 31,1%). Diese Unterschiede stehen allerdings nicht immer in einem Zusammenhang mit dem Ausmaß der Niedriglohnbeschäftigung.Google Scholar
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    Landman (2003: 13) führt für die Nichtdurchführbarkeit von sozialen Experimenten praktische und ethische Gründe an. Trotzdem findet sich in der Armutsforschung ein klassisches Beispiel für ein solches Experiment: das ‚New Jersey Income Maintenance Experiment’, in dem durch eine gezielte Veränderung der Bezugsbedingungen von Sozialleistungen die Wirkungen einer negativen Einkommenssteuer überprüft werden sollten (vgl. zusammenfassend Feick 1980).Google Scholar
  5. 7.
    Hiermit weist das Vorgehen Esping-Andersens weitreichende Ähnlichkeiten mit dem politikwissen-schaftlichen Ansäte der ‚Varieties of Capitalism’ auf (vgl. Hall/ Soskice 2001, Ebbinghaus/Manow 2001). Hier wird über den Begriff der ‚institutional’ bzw. ‚strategic complementaries’, die als „mutually reinforcing and enabling institutional configurations“ (Ebbinghaus/Manow 2001: 4) definiert werden, auf die Nicht-Zufälligkeit institutioneller Arrangements verwiesen.Google Scholar
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    Als weitere, allerdings außereuropäische, ‚Ausreißer’ werden häufig Australien und Neuseeland diskutiert (vgl. z. B. Castles/ Mitchell 1993). Für einen Überblick über verschiedene Typologien vgl. Arts/Gelissen 2002.Google Scholar
  7. 9.
    Es lässt sich einwenden, dass sich die Definition von Regimes an dem zu betrachtenden Gegenstand orientieren sollte (vgl. Kasza 2002, Bambra 2004), dass es also besser wäre, Typen von Lohnverhandlungssystemen zu betrachten, wenn es um Einflüsse auf die Lohnverteilung geht und diese nicht in ein weiter gefasstes Wohlfahrtsregime einzubinden. Da das Ausmaß von Armut von Erwerbstätigen sowohl von der Ausgestaltung wohlfahrtsstaatlicher Maßnahmen als auch von Arbeitsmarktintitutionen abhängt, erscheint die Entwicklung einer eng gefassten Typologie als nicht sinnvoll.Google Scholar
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    Ein Ziel des Vergleiches von Wohlfahrtsstaaten ist häufig, die Frage zu klären, warum sich Wohlfahrtsstaaten entwickelt haben bzw. warum eine spezifische Ausgestaltung von Wohlfahrtsstaaten entstanden ist (für einen Überblick vgl. Amenta 1993). Auf diese Diskussion wird hier nicht eingegangen. Es interessieren allein Unterschiede zwischen Wohlfahrtsstaaten und nicht die Gründe der Entstehung von Wohlfahrtsstaaten.Google Scholar
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    Dies setzt das gängige Verständnis des Haushalts als Bedarfsgemeinschaft voraus, in dem sämtliche Ressourcen gepoolt werden (zu einer Definition von Haushalten vgl. Bryant/ Zick 2006). Das Problem einer ungleichen Ressourcenverteilung innerhalb von Haushalten wird dabei ignoriert (vgl. auch Abschnitt 4.1).Google Scholar

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