Advertisement

Mediensysteme und politische Kommunikationsmilieus im internationalen Vergleich: Theoretische Überlegungen zur Untersuchung ihres Zusammenhangs

Chapter

Auszug

Warum ist politische PR in einem Land erfolgreich und im anderen Land nicht? Warum wird das gleiche politische Problem in einem Land ein Thema in den Medien und im anderen nicht? Warum ist die Formatierung des Politischen in Nachrichtensendungen in einem Land eher populistisch und im anderen eher staatstragend? Solche Fragen der alltäglichen politischen Kommunikation liegen auf der Hand, wenn man die Prozesse der öffentlichen Darstellung von Politik z.B. in den Medien unterschiedlicher Länder beobachtet. Betrachtet man hingegen die politische Kommunikationsforschung, dann findet man, dass solche Fragen kaum Gegenstand der Analyse sind, weil sie auf schwer fassbare kulturelle Unterschiede im Verhältnis von politischen Sprechern und Medien bei der Produktion und Kommunikation politischer Botschaften verweisen. Lange Zeit fehlten uns schlüssige theoretische Konzepte, um solche Prozesse der alltäglichen Politikvermittlung zwischen den Wahlen kulturvergleichend zu analysieren (Gurevitch/Blumler 2003). Dies ist zunächst nicht überraschend, denn die Studien über politische Kommunikation beziehen sich überwiegend auf die Verhältnisse in einem bestimmten Land und sind daher blind für latente kulturelle Erklärungsmuster. Politische Kommunikation in nationalen Arenen wird dann als Konstante des Politikprozesses betrachtet, der kaum ein eigenständiger Erklärungsbeitrag in der Politikanalyse zugestanden wird.

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Literatur

  1. Aarebrot Frank H./ Bakka Pal H. (2003): Die vergleichende Methode in der Politikwissenschaft. In: Berg-Schlosser Dirk/ Müller-Rommel Ferdinand (2003): 57–76.Google Scholar
  2. Almond Gabriel A./ Verba Sidney (1989): The civic culture. Political attitudes and democracy in five nations. Newbury Park, CA: Sage.Google Scholar
  3. Baerns Barbara (1985): Öffentlichkeitsarbeit oder Journalismus? Zum Einfluß im Mediensystem. Köln: Verlag Wissenschaft und Politik.Google Scholar
  4. Bentele Günter (1998): Politische Öffentlichkeitsarbeit. In: Sarcinelli (1998): 124–145.Google Scholar
  5. Berg-Schlosser Dirk (2003): Makro-Qualitative vergleichende Methoden. In: Berg-Schlosser/ MüllerRommel (2003): 103–125.Google Scholar
  6. Berg-Schlosser Dirk/ Müller-Rommel Ferdinand (Hrsg.) (2003): Vergleichende Politikwissenschaft. 4., überarbeitete und erweiterte Auflage. Opladen: Leske+Budrich.Google Scholar
  7. Braun Dietmar (1993): Zur Steuerbarkeit funktionaler Teilsysteme. Akteurstheortische Sichtweisen funktaionaler Differenzierung moderner Gesellschaften. In: Heritier (1993): 199–222.Google Scholar
  8. Cook Timothy E. (2006): The news media as a political institution. Looking backward and looking forward. In: Political Communication 23: 159–171.CrossRefGoogle Scholar
  9. Esser Frank/ Pfetsch Barbara (Hrsg.) (2003): Politische Kommunikation im internationalen Vergleich. Theorien, Methoden, Anwendungen. Wiesbaden: Westdeutscher Verlag.Google Scholar
  10. Gurevitch Michael/ Blumler Jay G. (2003): Der Stand der vergleichenden politischen Kommunikations-forschung: in eigenständiges Feld formiert sich. In: Esser/ Pfetsch (2003): 371–392.Google Scholar
  11. Hallin Daniel C./ Macini Paolo (2003): Amerikanisierung, Globalisierung und Säkularisierung. Zur Konvergenz von Mediensystemen und politischer Kommunikation in westlichen Demokratien. In: Esser/ Pfetsch (2003): 35–55.Google Scholar
  12. Hallin Daniel C./ Mancini Paolo (2004): Comparing media systems. Three models of media and politics. Cambridge: Cambridge University Press.Google Scholar
  13. Heitmeyer Wilhelm (Hrsg.) (1997): Was hält die Gesellschaft zusammen? BR Deutschland: Auf dem Weg von der Konsens-zur Konfliktgesellschaft. Frankfurt: Suhrkamp.Google Scholar
  14. Héretier Adrienne (Hrsg.) (1993): Policy-Analyse. Kritik und Neuorientierung. Opladen: Westdeutscher Verlag.Google Scholar
  15. Kolb Steffen (2004): Voraussetzungen für und Gewinn bringende Anwendung von quasi-experimentellen Ansätzen in der kulturvergleichenden Kommunikationsforschung. In: Wirth et al. (2004): 157–178.Google Scholar
  16. Lijphart Arend (1971): Comparative politics and the comparative method. In: American Political Science Review 65: 682–693.CrossRefGoogle Scholar
  17. Lijphart Arend (1999): Patterns of democracy. Government forms and performance in 36 Countries. New Haven/London: Yale University Press.Google Scholar
  18. Manheim Jarol B. (1997): Strategische Kommunikation und eine Strategie für die Kommunikationsforschung. In: Publizistik 42(1): 62–72.Google Scholar
  19. Marcinkowski Frank (2006): Medien als politische Institution und ihr Beitrag zu einem ‚schleichenden ‘Wandel des Staates. Vortrag im Rahmen der Sektion „Politische Soziologie“ auf dem Kongress der DVPW 2006 „Staat und Gesellschaft — fähig zur Reform?“.Google Scholar
  20. Mayntz Renate (1988): Funktionelle Teilsysteme in der Theorie sozialer Differenzierung. In: Mayntz et al. (1988): 11–44.Google Scholar
  21. Mayntz Renate/ Rosewitz Bernd/ Schimank Uwe/ Stichweh Rudolf (Hrsg.) (1988): Differenzierung und Verselbständigung. Zur Entwicklung gesellschaftlicher Teilsysteme. Frankfurt/New York: Campus.Google Scholar
  22. Münch Richard (1997): Elemente einer Theorie der Integration moderner Gesellschaften. Eine Bestandsaufnahme. In: Heitmeyer (1997): 66–109.Google Scholar
  23. Pfetsch Barbara (2003a): Politische Kommunikationskultur. Eine vergleichende Untersuchung von politischen Sprechern und Journalisten in der Bundesrepublik und den USA. Opladen: West-deutscher Verlag.Google Scholar
  24. Pfetsch Barbara (2003b): Politische Kommunikationskultur — ein theoretisches Konzept zur vergleichenden Analyse politischer Kommunikationssysteme. In: Esser/ Pfetsch (2003): 393–418.Google Scholar
  25. Sarcinelli Ulrich (Hrsg.) (1998): Politikvermittlung und Demokratie in der Mediengesellschaft. Opladen/Wiesbaden: Westdeutscher Verlag.Google Scholar
  26. Seymour-Ure Colin (1974): The political impact of mass media. London: Constable.Google Scholar
  27. Wirth Werner/ Lauf Edmund/ Fahr Andreas (Hrsg.) (2004): Forschungslogik und-design in der Kommunikationswissenschaft. Band 1: Einführung, Problematisierungen und Aspekte der Methodenlogik aus kommunikationswissenschaftlicher Perspektive. Köln: Halem Verlag.Google Scholar

Copyright information

© VS Verlag für Sozialwissenschaften | GWV Fachverlage GmbH, Wiesbaden 2008

Authors and Affiliations

  1. 1.Institut für SozialwissenschaftenUniversität Stuttgart-HohenheimDeutschland

Personalised recommendations