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Supervisorische Kultur und Transversalität — Grundkonzepte Integrativer Supervision (1996/1997)

  • Francisai Veal Rodriguez-Petzold
  • Johanna Sieper

Auszug

„Was ist die Kunst, was die Methode, was ist die Praxis, die uns leitet, wohin man gehen soll?“ Diese dem Text vorangestellte Frage Platins kennzeichnet den Menschen, die Menschheit, auf dem Weg der Erkenntnis. Der Hunger nach Erkenntnis und der Durst nach Wissen haben sich in diesem Jahrhundert, ja zum Ende dieses Jahrtausends, offenbar intensiviert. Nicht dass er größer geworden wäre, die Menschen haben stets nach Erkenntnis gesucht (Besnier 1996), nur sind durch die Möglichkeiten der Kommunikation von Wissen akzelerierende Dynamiken entstanden, die dazu führen, dass sich Wissensbestände multiplizieren, beständig neue Differenzierungen stattfinden, sich Spezialgebiete auftun, Vertiefungen möglich werden, sodass eine Komplexität entsteht, die kaum noch überschaubar ist. Eine Konkurrenzdynamik zwischen den Wissenschaften und ihren Subdisziplinen in der anwendungsbezogenen Forschung, zwischen scientific communities, zwischen Forschern, Forschern und Praktikern, bringt ein zusätzliches Potential der Vermehrung des Wissens und der Pluralisierung von Perspektiven. Zuweilen kommt es zu Kämpfen zwischen den Strömungen oder Schulen sowohl im Feld der Theorie als auch dem der Praxis und zwischen beiden Feldern (Stengers 1996a). Die entstehende Heterogenität der Wissensbestände, der konstruierten Realitäten, ja der Formen von Rationalität (Welsch 1996; Carrilho 1997) lässt die Hoffnung auf endgültige Lösungen obsolet werden. Die Pluralitär der Disziplinen und Kulturen hat ein undurchsichtiges, rhizomatisches Gewebe geschaffen, in dem letzte Lösungen nicht aufzufinden sind, sondern die „Vielfalt von Möglichkeiten“ eine Gewissheit ist, vielleicht die einzige, die einen letztgültigen Bestand hat.

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© VS Verlag für Sozialwissenschaften | GWV Fachverlage GmbH, Wiesbaden 2007

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  • Francisai Veal Rodriguez-Petzold
  • Johanna Sieper

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