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Antikriegsbewegung oder Gestaltungskraft? Macht und Ohnmacht der westdeutschen Friedensbewegung

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Nach den weltweiten Protesten gegen den drohenden Irakkrieg am 15. Februar 2003 hat keine geringere Zeitung als die New York Times sich zu der Bemerkung hinreißen lassen, dass es neben der aus dem Kalten Krieg allein übrig gebliebenen Supermacht USA nun eine „zweite Supermacht“ gäbe: die Weltöffentlichkeit. Da der Friedensbewegung zusammen mit anderen sozialen und politischen Bewegungen zweifellos das Verdienst zukommt, diesen weltweiten Protest artikuliert zu haben, durfte sie sich dementsprechend eine Zeitlang in dem Glauben wiegen, Teil einer „Supermacht“ zu sein, die den kriegerischen USA Paroli bieten, ja, sie vielleicht sogar in die Schranken weisen könnte. Immerhin erreichte der Protest in vielen Ländern der Erde, darunter auch bei engsten Bündnispartnern Washingtons, nicht nur große Teile der Bevölkerung und der veröffentlichen Meinung, sondern beeinflusste sichtbar auch die Haltung von Regierungen. In Europa führte dies zeitweise zu einem politischen Riss innerhalb der EU und der NATO.

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© VS Verlag für Sozialwissenschaften | GWV Fachverlage GmbH, Wiesbaden 2007

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