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Permissive Arbeitsbeziehungen besonderer Art

Auszug

Die Charakterisierungen der Arbeitsbeziehungen in Ostmitteleuropa fallen in bemerkenswerter Weise auseinander. Auf der einen Seite füllen Begriffe wie „Unternehmerparadies“ (Tenbrock 2004), „Laboratorium der Arbeitsbeziehungen“ oder „freiheitliches osteuropäisches System“ (Fickinger 2004) hiesige Zeitungen. In wissenschaftlichen Arbeiten ist von einer „maximalen“ oder „exzessiven“ Flexibilität die Rede, die dem Management eine unilaterale Entscheidungsmacht bei der Gestaltung der Arbeitsbedingungen verschafft (Ladò/Vaughan-Whitehead 2003; Meardi 2002). Mitunter wird sogar die eingängige Metapher vom „Trojanischen Pferd der Amerikanisierung“ bemüht, um die Stimmungslage in den westeuropäischen Gewerkschaften zu beschreiben (Meardi 2002). Unilateralismus des Managements und eine primär betriebliche Kollektivvertragsebene legen den Vergleich mit dem liberalen angelsächsischen Muster nahe (Steger 2002). Kohl und Platzer (2004) betonen auf der anderen Seite mit ihrem Wortungetüm eines spezifischen „transformationsgesellschaftlichen MOE-Arbeitsbeziehungsmodells“ den Etatismus eben dieser Arbeitsbeziehungen aufgrund der substantiellen Schwäche im intermediären und tarifautonomen Bereich. Konservative Politiker, einheimische wie ausländische Unternehmer und Verbandsvertreter in den Ländern selbst beklagen wiederum ein „Zuwenig“ an Flexibilität. An dieser Debatte beteiligen sich auch Vertreter deutscher Firmen, die das „detaillierte Eingreifen des Staates“ kritisieren und eine Flexibilisierung der Arbeitsbedingungen fordern. 72

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© VS Verlag für Sozialwissenschaften| GWV Fachverlage GmbH, Wiesbaden 2007

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