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Das System der Corporate Governance in Tschechien und in Polen

Auszug

Das Corporate Governance System in Ostmitteleuropa gehört zu jenen Teilsystemen, deren institutionelle Genese über die gesamten 1990er Jahre hinweg am stärksten von transnationalen Akteuren — internationale Organisationen und ausländische Investoren — beeinflusst wurde. Mit der Vorbereitung auf die Vollmitgliedschaft verwandelte sich die EU aus einem „Akteur unter anderen“ in einen Akteur, der den Kandidaten über das Gemeinschaftsrecht wesentliche institutionnelle Parameter vorgab und die Interessen und Kräfteverhältnisse der nationalen Akteure nachhaltig veränderte (Wade 2001). Diese Einflussnahme trug wesentlich zur Synchronisation der Entwicklung in Mitteleuropa bei, obgleich sich nationale Akteurskonstellationen, Tempo und Privatisierungswege sowie das Konzept der Ausgestaltung der Kapitalmärkte unterscheiden. Hervorhebenswert ist, dass die anfängliche Weichenstellung nicht nur die Bildung eines klientelistischen Geflechts aus neuer Wirtschaftsoligarchie und Staat verhinderte bzw. begrenzt hat, wie dies etwa für die endogene Transformation in Russland kennzeichnend wurde (vgl. King 2002). Der transnationale Einfluss ließ auch für eine nationalstaatlich verfasste, koordinierte Marktökonomie nach kontinentaleuropäischem Muster wenig Spielraum. Die europäische Integration übte, insbesondere im Prozess der Harmonisierung mit dem Gemeinschaftsrecht (acquis communautaire), auf Länder mit einer eher laxen Regulierung des Kapitalmarktes einen deutlichen Regulierungsdruck aus.

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© VS Verlag für Sozialwissenschaften| GWV Fachverlage GmbH, Wiesbaden 2007

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