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Arbeitspolitik als rationalisierte Bindung

Auszug

Kennzeichnend für die Arbeitspolitik in den untersuchten polnischen und tschechischen Tochtergesellschaften ist, dass sie häufig selektiv Elemente aus verschiedenen Kontexten verknüpfen und wenig systemische Konsistenz aufweisen, teils weil die Akteure auf verschiedene Herausforderungen separat reagieren, teils weil sie oft keine elaborierten Reflexionen über systemische Zusammenhänge anstellen und eher Lernprozesse nach dem Prinzip von „Versuch und Irrtum“ vollziehen. Die Analyse von Problemlösungen ist deshalb eine besonders geeignete Untersuchungsstrategie, um in dieser Gemengelage arbeitspolitische Muster zu identifizieren. Drei zentrale arbeitspolitische Probleme werden im Folgenden näher betrachtet: die Entgeltbildung als Teil des Kooperations- und Rekrutierungsproblems, das Flexibilitätsproblem und das Problem der Qualifikationssicherung (vgl. auch Bluhm 2006b). Um sich bei der Analyse und Darstellung nicht in zu viele Details und Variationen zu verzetteln, wird das Hauptaugenmerk auf ein neues arbeitspolitisches Muster gelegt, das ich als ein „rationalisiertes Angebot an lokale Bindung“ bezeichne. Dieses Muster tritt nicht nur relativ häufig im Sample auf, sondern scheint auch recht erfolgreich zu sein. Das Muster „rationalisierter Bindung“ offeriert Lösungen für die genannten Probleme in einer Weise, die eine langfristige Beschäftigungssicherheit und damit eine gewisse Standortbindung und Investitionen in die Qualifikationssicherung mit einer Politik der möglichst langfristigen Sicherung der Kostenvorteile kombiniert.

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© VS Verlag für Sozialwissenschaften| GWV Fachverlage GmbH, Wiesbaden 2007

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