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Auszug

Am Anfang dieser Studien über Integrationsmuster und Arbeitspolitiken deutscher Unternehmen in Ostmitteleuropa standen drei Beobachtungen über die deutsche bzw. westeuropäische Debatte um Produktionsverlagerungen nach Ostmitteleuropa seit dem Fall des Eisernen Vorhanges. Eine erste Beobachtung besteht in dem bemerkenswerten Nebeneinander von Dramatisierung und Entwarnung, das die öffentliche wie wissenschaftliche Debatte gleichermaßen durchzieht. Warnungen vor den Folgen der Produktionsverlagerung sind seit dem heraufbeschworenen Szenario einer „Basar-Ökonomie Deutschland“ ohne Produktion kaum mehr steigerbar (Sinn 2003). Werner Sinn rechnet noch für mehrere Dekaden mit einer „extremen Niedriglohnkonkurrenz“ in Europa, die diesen Trend weiter fortsetzt. Demgegenüber schränken Entwarner meist die Attraktivität Ostmitteleuropas für kostenmotivierte Produktionsverlagerungen ein. Dabei wird etwa auf den hohen Anteil der Marktmotive unter den Investoren verwiesen oder auf die globalen Investitionsströme. Unverändert fließen die Investitionen vor allem zwischen jenen Weltregionen, die nicht primär mit Lohnkosten gegeneinander konkurrieren. Stimmen der Entwarnung waren auch im Vorfeld der Beitritte in die Europäische Union im Mai 2004 zu hören, die beruhigend argumentierten, dass keine neue Verlagerungswelle mehr zu erwarten sei. Denn wer aus Kostenmotiven nach Ostmitteleuropa verlagern wollte, habe dies bereits in den 1990er Jahren getan.

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© VS Verlag für Sozialwissenschaften| GWV Fachverlage GmbH, Wiesbaden 2007

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