Advertisement

Metamorphosen von Autonomie beim Übergang vom Autonomieparadigma zum Leitbild einer evaluationsbasierten Steuerung

Auszug

Im Folgenden sollen — in der Funktion eines sensibilisierenden Konzeptes (vgl. Flick 1991) und einer Situierung der späteren empirischen Untersuchungen — mithilfe der governancetheoretischen Betrachtungsweise drei unterschiedliche Formen der Autonomie beschrieben werden, wie sie sich historisch in den letzten Jahren der Schulentwicklung nacheinander herausgebildet haben. In den jeweils nachfolgenden Formen sind die vorausgehenden noch enthalten, jedoch kommt es zu charakteristischen Bedeutungsverschiebungen, die ich dadurch kenntlich machen möchte, dass ich den drei unterschiedlichen Formen — wie ich hoffe — „sprechende Bezeichnungen“ gebe. Ich werde im Folgenden von „Grauzonenautonomie“, „Gestaltungsautonomie“ und „evaluationsbasierter Autonomie“ sprechen.

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Literatur

  1. 14.
    Ausnahmen bildeten hier nur Aktivitäten einzelner Lehrerinnen, die selbst über eine Sensibilisierung der Öffentlichkeit ihre Interessen durchzusetzen suchten, wie dies beispielsweise in Österreich durch Vertreterinnen des Inklusionsgedankens geschah (vgl. Feyerer/ Prammer 2003, 23ff).Google Scholar
  2. 15.
    Es dürfte im Nachhinein schwierig sein, zu entscheiden, inwieweit es sich bei den Lehrerinnen um ein tendenziell gegenüber Formen der Organisationsentwicklung widerständiges Klientel handelt (vgl. Krainz-Dürr 1999; 2000), oder inwieweit nur der Transformationsprozess von ei-ner traditionellen Professionsorientierung hin zu einem organisationsentwicklerischen Ansatz einer gewissen Übergangszeit bedurfte (vgl. Rolff 1995c). Unbestreitbar ist sicherlich, dass die gesellschaftlichen Entwicklungen und der durch die Bildungspolitik kommunizierte Veränderungs-und Effektivierungswille die Einzelschulen und darüber vermittelt die Mitglieder der Lehrerinnenprofession unter Druck setzten. In den deutschsprachigen Ländern waren wohl zu-dem auch „internationale Nachzieheffekte“ spürbar, da die Aktivitäten der OECD im Sektor der Verwaltungsmodernisierung in diesen Jahren stark zugenommen hatten (vgl. OECD 1991; 1997; 2003; 2004).Google Scholar
  3. 16.
    Für Österreich ist in diesem Zusammenhang beispielsweise auf die schulautonomen Lehrpläne (vgl. Altrichter/ Posch 1995) zu verweisen, deren spezifische Ausfüllung schulintern im Schulpartnerschaftsgremium (vergleichbar den deutschen Schulkonferenzen) beschlossen wurde. Die Schulaufsicht konnte diese schulinternen Lehrpläne zwar prüfen, musste jedoch begründeten Einspruch gegen diese erheben können, um deren Implementierung zu verhindern.Google Scholar
  4. 17.
    Hier zeigt sich erneut eine Differenz zwischen den Entwicklungen in Österreich (vgl. Bachmann et al. 1996) und der Situation in den meisten deutschen Bundesländern (vgl. Avenari-us/Kimmig/Rürup 2003).Google Scholar
  5. 18.
    Zum Phänomen des Wechsels von Zielbestimmungsmöglichkeiten durch substantielle Vorgaben des Staates als allgemeinem Trend vgl. Lange/ Schimank (2004b, 30).Google Scholar

Copyright information

© VS Verlag für Sozialwissenschaften | GWV Fachverlage GmbH, Wiesbaden 2007

Personalised recommendations