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Gesellschaft als unsicherer Ort Jugendliche Migrantinnen und Adoleszenz

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Auszug

In den wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Debatten ist die Beschäftigung mit jugendlichen Migrantinnen vor allem als Problemdiskurs präsent. Dies ist kein neuer Befund, in besonderer Weise wurde er zuletzt im Rahmen der Sonderauswertung der PISA-Studie über den Bildungsstand von Schülerinnen mit Migrationshintergrund (vgl. OECD 2006) erneut zum Gegenstand publizistischer Initiativen und bildungspolitischer Stellungnahmen. Im Mittelpunkt der Debatte standen jedoch nicht diejenigen Schülerinnen, die neu eingewandert sind, sondern vielmehr die ‘Kinder der Migrantinnen’. Diese, im Generationenbezug auf die sogenannte ‘Gastarbeitermigration’ vielfach als ‘zweite’ und ‘dritte’ Generation bezeichnet, zeigen vor allem in Deutschland deutlich schlechtere Bildungsleistungen als neu eingewanderte Migrantinnen. Beide Gruppen liegen allerdings in ihren Leistungen weit abgeschlagen hinter der Gruppe der einheimischen Schülerinnen (vgl. ebd.). Im internationalen Vergleich variieren die PISA Ergebnisse der 15jährigen Schülerinnen deutlich. Es fällt jedoch auf, dass der Abstand zwischen den Schülerinnen mit bzw. ohne Migrationshintergrund in den Ländern, die in der Migrationsforschung als klassische Einwanderungsländer1 bezeichnet werden, deutlich geringer ausfällt, als dies in Deutschland der Fall ist — einem Land, das auch nach dem 1973 verhängten Anwerbestopp von Arbeitskräften und einer anhaltenden restriktiven Migrationspolitik eine kontinuierliche Einwanderung aufweist.2

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Copyright information

© VS Verlag für Sozialwissenschaften | GWV Fachverlage GmbH, Wiesbaden 2007

Authors and Affiliations

  1. 1.London Guildhall UniversityUK

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