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Wandel betrieblicher Geschlechterpolitik durch Vermarktlichung und Subjektivierung von Arbeit — „Riskante Chancen“ für Frauen

  • Michael Frey
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Auszug

Im Zuge zunehmender Vermarktlichung und Subjektivierung von Arbeit lässt sich in geschlechterpolitischer Hinsicht eine De-Thematisierung von Geschlecht feststellen. Dieses Phänomen ist bekannt und wurde vor allem von feministischen Forscherinnen beobachtet und beschrieben. Dabei herrschen zwei Interpretationen vor: Zum einen eine modemisierungstheoretisch orientierte Sichtweise, die die De-Thematisierung von Geschlecht vor allem als Folge fortschreitender gesellschaftlicher Entwicklung in kchtung funktionaler Differenzierung versteht. Askriptive und mit sozialer Ungleichheit verbundene Merkmale wie Geschlecht würden so zugunsten rein funktionaler Kriterien, wie etwa Qualifikation, an Bedeutung verlieren und letztendlich sogar eine De-hstitutionalisierung von Geschlecht hervonufen (vgl. u.a. Pasero 1995; Heintz/Nadai 1998). Zum anderen gibt es eine eher zeitkritisch ausgerichtete Sichtweise, die den Wandel betrieblicher Geschlechterpolitik als Resultat markt- und venvertungsorientierter Managementstrategien und damit als Ausdruck neoliberaler Hegemonie in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft versteht (vgl. Pühl 2003; Schunter-Kleemann 2003; Bereswill 2004; Soiland 2006) und so - wie (2002) - von „rhetorischer Modemisierung“ spricht.

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Copyright information

© VS Verlag für Sozialwissenschaften | GWV Fachverlage GmbH, Wiesbaden 2007

Authors and Affiliations

  • Michael Frey

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