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Empirische Analysen zum Klassenrat

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Auszug

In der untersuchten Klasse findet der Klassenrat regelmäßig freitags in der ersten Stunde statt. Der Freitag ist prädestiniert für einen Wochenrückblick. In der ersten Stunde sind alle Beteiligten noch konzentriert und aufnahmefähig. In dieser Klasse verläuft der Klassenrat, wie in vielen Praxispublikationen vorgesehen, nach einem festen Plan ab. Die Lehrerin legte dem Ablauf des Klassenrates besonders zu Beginn des zweiten Schuljahres eine geregelte, wiederkehrende Struktur zu Grunde. In Anlehnung an Freinets Wochenzeitung (siehe Kapitel 2. 1.2), auf der zu drei verschiedenen Aspekten Notizen gesammelt wurden, richtete sie drei verschiedene Klassenratsrunden (vgl. auch Kiper 1997, S. 47f.) ein. Diese fest ritualisierte Vorgehensweise sollte den Kindern eine Orientierung bieten und dazu führen, dass sie diese selbstständig anzuwenden lernen. In einer ersten Runde wurde rückgemeldet, was in der Woche gut war; in einer zweiten Runde wurde besprochen, wo es Schwierigkeiten gab, in einer dritten Runde wurden Wünsche für die folgende Woche formuliert. Auch die Besprechung der Schwierigkeiten, bezeichnet als „Ich finde nicht gut“-Runde, verlief nach einem Muster: Zuerst sollten sich die beteiligten Kinder gegenseitig darstellen, wie sie die Situation erlebt haben. In einem zweiten Schritt sollten sie sich gegenseitig mitteilen, wie sie sich dabei gefühlt haben und in einem dritten Schritt sollten gegenseitige Wünsche ausgesprochen werden, die auf eine Lösung hinzielen. Geplant war ein ergebnisorientiertes Gespräch, dass am Ende zu einer „win-winLösung“ führte, mit der alle Beteiligten einverstanden waren und sich gegenseitig wieder angenähert hatten.

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© VS Verlag fur Sozialwissenschaften | GWV Fachverlage GmbH, Wiesbaden 2006

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