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Die Geschichten hinter den Bildern. Annäherungen an eine Methode und Methodologie der Bildinterpretation in biographie- und bildungstheoretischer Absicht

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Auszug

Die Bedeutung der Bilder in der öffentlichen Kommunikation hat sich in den letzten Jahren stark geändert. Das gilt sowohl für die Quantität wie auch für die qualitative Bedeutung. Eine neue Information ohne entsprechende Bilder scheint in den Nachrichten des Fernsehens kaum denkbar, und wenn keine Bilder vorliegen, weil das Ereignis noch zu neu ist, entschuldigt sich die Nachrichtensprecherin oder der Nachrichtensprecher dafür. Erst das Bild scheint uns ein Ereignis wirklich nahe zu bringen, erst durch das Bild scheint uns ein Ereignis wirklich zum Ereignis zu werden. Die moderne medial vermittelte Kommunikation im öffentlichen Raum ist ohne Bilder nicht mehr denkbar. Diese Macht der Bilder haben wir längst akzeptiert. Aber wie sieht es mit unserer Fähigkeit aus, diese Bilder zu „lesen“ und zu interpretieren? Wahrscheinlich müssen wir einräumen, dass diese Fähigkeit in methodischer Hinsicht nicht gut entwickelt ist. Nicht umsonst sagt W. J. T. Mitchel in seinem Buch „picture theory“ (1994): „we may find that the problem of the twenty-first century is the problem of the image“ (Mitchel 1994, 2).

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