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Konstruktion von Männlichkeiten — Nutzen und Risiken des Konsums von Drogen

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Auszug

Der Konsum von erlaubten und verbotenen Drogen wird je nach Sichtweise u.a. als sozialpolitisches, strafrechtliches, sozial- und individualpsychologisches und medizinisches Problem diskutiert und bearbeitet. Kaum ein Feld Sozialer Arbeit muss sich nicht mit dieser Thematik direkt oder indirekt auseinandersetzen. Die gängigen Erklärungskonzepte sind weitgehend geschlechtsneutral und beziehen die soziale Herkunft nicht mit ein. Die empirischen Befunde zu abweichendem Verhalten (einschließlich Kriminalität) verdeutlichen jedoch, dass diese Phänomene geschlechtsspezifisch männliche sind. Das häufigste Klientel der problemorientierten sozialen und repressiven Institutionen sind Jungen bzw. Männer. Entgegen der Offensichtlichkeit der eindeutig geschlechtsspezifischen Verteilungen werden die zu bearbeitenden Themen des abweichenden Verhaltens (u.a. Obdachlosigkeit, erlaubter und verbotener Drogenkonsum, Delinquenz) im professionellen Handeln häufig nicht als solche der männlichen Geschlechterkonstruktion wahrgenommen, sondern als allgemeine Problemstellungen (z.B. als Drogenphänomene)verstanden und bearbeitet. Die theoretische und praktische Berücksichtigung in Handlungs- und Interventionskonzepten ist weitgehend nicht vorhanden. Die fachlichen Diskussionen werden eher „geschlechtslos“, oder Dank der Frauenbewegung und -forschung frauenspezifisch geführt. Werden die Phänomene nicht im Kontext mit dem sozialen Geschlecht reflektiert, also sowohl mädchen-/frauen- als auch jungen- und männerspezifisch, so wird ihr Verständnis weitgehend unzugänglich bleiben.

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© VS Verlag für Sozialwissenschaften | GWV Fachverlage GmbH, Wiesbaden 2006

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