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Soziale Arbeit als Frauenberuf — Folgen für Sozialen Status und Bezahlung?!

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Der Beitrag geht der Frage nach, ob die weibliche Prägung der Sozialen Arbeit gesellschaftliche, berufspolitische und ökonomische Folgen für die Beschäftigten hat. Veranlasst wird die Fragestellung durch aktuelle Befunde, dass Frauen nach wie vor ihre berufliche Qualifikation nicht in gleichem Maße in Erwerbs- und EinkommensChancen umsetzen können (Teubner/Hartmann 2001) Weiter sind Verdienste von Frauen — bei gleichem Arbeitszeitvolumen konstant niedriger als die der Männer. Ein wesentlicher Faktor für die Einkommensdifferenzen sind die niedrigen Vergütungen in frauendominierten Branchen und Berufen, insbesondere auch im personennahen Dienstleistungsbereichen der Pflege, Erziehung etc. (Bundesministerium BMFSJ 2001: 46 ff.; EU-Kommission 2002: 35 ff.). Neuere wirtschaftwissenschaftliche, juristische, sowie gewerkschaftspolitische Beiträge1 haben herausgearbeitet, dass eine wesentliche Ursache für die ungleichen Verdienste diskriminierende Arbeitsbewertung ist. Der geringe soziale Status vieler Frauenberufe spiegelt sich in benachteiligenden Arbeitsbewertungsverfahren bzw. Tarifverträgen. Als typisch weiblich geltende Anforderungen eines Berufs wie z.B. soziale Kompetenz werden nicht bzw. geringer bewertet als Voraussetzungen wie z.B. Verantwortung, die eher Männern zugeschrieben werden (Feldhoff 1998).

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