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Schlussfolgerungen

Auszug

Rekapitulieren wir zum Schluss noch einmal die wichtigsten Einsichten, die aus dem bisher Dargestellten gewonnen werden können. Generell kann für alle untersuchten ‘Denkstile’ festgehalten werden, dass demographische Untersuchungen zur Größe, dem Bestand oder der Entwicklung von Bevölkerung(en) nicht von der Untersuchung einer sozial stratifizierten Gesellschaft getrennt wurden. In der Periode des Nationalsozialismus setzten sich Bevölkerungswissenschaftler mit einer bestimmten Motivation mit’ sozialer Ungleichheit’ auseinander: erst die Aufnahme sozialer Unterscheidungsmerkmale zwischen Subpopulationen versprach die Steuerungsfähigkeit des Staates auf die demographische Entwicklung zu erhöhen. Die Intention der Bevölkerungssoziologie nach 1945 wurde dann nach und nach, wie wir gesehen haben, eher eine umgekehrte, nämlich etwas über die Bedeutung demographischer Vorgänge für den Erneuerungsprozess einer Gesellschaft zu erfahren. Die These jedoch, dass in der NS-Zeit gesellschaftliche Unterschiede angeblich deshalb nicht öffentlich thematisiert werden durften, weil sie der Ideologie einer egalitären „Volksgemeinschaft“ widersprochen hätten, wird hier für den Bereich der sozialwissenschaftlichen Bevölkerungswissenschaft nachdrücklich widersprochen.

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Literatur

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    Deshalb war es auch nicht ein biologisch-genetischer Rassenbegriff, der in die sozialwissenschaftHch orientierte Bevölkerungsforschung derNachkriegsjahre hineinreichte, sondem der Begriff „Rasse“ wurde mit einer alteren, einer genealogischen Vorstellung des Ein- bzw. Ausschließens von Bevölkerungen verbunden. Diese Forschung arbeitete stark mit Taxonomien und war in erster Linie merkmalsorientiert.Google Scholar
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