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Hartz plus pp 105-126 | Cite as

Lösungsvorschläge: Lohnsubventionen und negative Einkommensteuer

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Auszug

Es gebe genügend Arbeit in Deutschland, aber es mangele an bezahlbarer Arbeit. Abgesenkte Personalkosten im Niedriglohnsektor ließen sich durch Lohnsubventionen aufgestockt werden. Dabei sind technische Fragen sowie Ziel- und Interessenkonflikte zu klären: Es geht um die Beherrschbarkeit von Mitnahmeeffekten, um Beschäftigungswirkung, um Einkommensarmut und es geht um die Gefahr von Sozial- und Lohndumping der staatlich subventionierten Löhne nach dem Baukastenprinzip? Sind niedrige, frei vereinbare Kombi- bzw. tarifliche oder gesetzliche Mindestlöhne kompatible Konzepte, den Niedriglohnsektor sozial zu regeln? Wie unterscheiden sich Kombilöhne, negative Einkommensteuer und soziale Grundsicherung? Zur Klärung dieser Fragen werden Ausgestaltungsvorschläge von Lohnsubventionen und der negativen Einkommensteuer theoretisch und empirisch untersucht sowie Bezüge zum gesellschaftlichen Großprojekt der Hartz-Reformen hergestellt. Ein konzipiertes Mikrosimulationsmodell bezieht Feedback-Strukturen ein.

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Literatur

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