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Postkommunistische Unternehmer und ihre Umwelt

Auszug

Die Schlüsselfiguren von Marktwirtschaften sind private Untemehmer. Im Unterschied zu den „Direktoren“ der sozialistischen Ökonomie besitzen sie nicht „den Status extemer Abteilungen der staatlichen Ministerialbilrokratie“, sondern agieren eigenverantwortlich allein unter der „Aufsicht des Marktes“ (Wiesenthal 1993: I-6). Bei aller Unterschiedlichkeit bilden sie eine soziale Kategorie, die einige gemeinsame Eigenschaften aufweist. Wesentlich ist, dass ihre Angehörigen — als Manager oder Eigentümer — eine oder mehrere Funktionen wahrnehmen, die den Entscheidungsprozess in Unternehmen ausmachen. Dazu zählen residuale Risikotragung (Haftung), Entscheidungsmanagement (Erarbeitung von Vorschlägen für die Nutzung der Ressourcen und Vertragsanbahnung, Implementation der Untenehmensentscheidungen) sowie Entscheidungskontrolle (Auswahl der zu implementierenden Entscheidungsinitiativen, Kontrolle und Belohnung des Verhaltens der Entscheidungsagenten, vgl. Fama/Jensen 1983: 302-304, Chilosi 2001). Im Folgenden skizziere ich die Formierung staatsferner Wirtschaftsakteure, um die Vielfalt der entstehenden Typen von Unternehmern — und damit der potentiellen Mitglieder von Unternehmerverbänden — mit ihren je spezifischen Interessen und Ressourcen zu umreiβen (Kap. 4.1). Danach diskutiere ich mit der anhaltenden Unsicherheit privater Eigentums- und Verfligungsrechte ein Kernproblem des Systemwechsels (Kap. 4.2), das den Boden für den Bedeutungsgewinn des organisierten Verbrechens bildete (Kap. 4.3), aber auch den Bedarf an legalen und legitimen nicht-staatlichen Akteuren bzw. Institutionen der Marktgestaltung begründet, denen ich mich in den darauf folgenden Kapiteln widme.

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© VS Verlag für Sozialwissenschaften | GWV Fachverlage GmbH, Wiesbaden 2006

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