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Mündigkeit als Grundprinzip einer pädagogischen Theorie der Jugendarbeit?

Anmerkungen zu Klaus Mollenhauers „Versuch 3“
Chapter

Auszug

Die vor numnehr 40 Jahren erstmals veröffentlichten Beiträge des Bandes „Was ist Jugendarbeit? Vier Versuche zu einer Theorie“ können als weitgehend in Vergessenheit geratene Texte charakterisiert werden. Sie finden gegenwärtig zwar als Ausgangspunkt einer theoretisch anspruchsvollen Reflexion über Kinder- und Jugendarbeit wiederkehrend Erwähnung, eine systematische Auseinandersetzung mit den damaligen Analysen und Thesen findet jedoch in der Fachliteratur — und vermutlich auch in den einschlägigen hochschulischen Lehrveranstaltungen — nicht start. Nach der erneuten Lektüre, die durch den Auftrag veranlasst war, Klaus Mollenhauers Position im Rahmen der Tagung „Die Zeiten ändern sich — Annäherungen an Theorie und Funktionsbestimmungen einer zeitgemäßen Kinder- und Jugendarbeit“ zu würdigen,1 sehe ich gute Gründe für die Behauptung, dass dies von der Sache her keineswegs gerechtferrigt, sondern eher den Gepflogenheiten eines kurzatmigen akademischen Betriebs geschuldet ist. Theorien der Kinder- und Jugendarbeit im weitesten Sinne des Begriffs, also Texte, die sich deskriptiv, analytisch oder programmatisch mit Kinder- und Jugendarbeit beschäftigen, werden zwar in großer Zahl und Geschwindigkeit produziert. Dies hat seit Mitte der 1980er-Jahre zu einer erfreulich großen Zahl von vielfältigen Veröffentlichungen geführt. Eine professionelle Fachkultur, für die eine systematische theoretische Begründung — einschließlich der Auseinandersetzung mit älteren und neueren Analysen und Programmatiken — ein selbstverständliches Element auch der pädagogischen Praxis ist, hat sich gleichwohl nur in Ansätzen entwickelt.

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Literatur

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© VS Verlag für Sozialwissenschaften/GWV Fachverlage GmbH, Wiesbaden 2006

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