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Evolution der Beziehungen —Entwicklung im Spiegel des Anderen

Kommentierung zu Helmut Kentlers „Versuch 2“
Chapter

Auszug

Helmut Rentier präsentiert sich in seinem Versuch als engagierter Aufklärer in Theorie und Praxis. Seit Ende der 1950er-Jahre hat er seine Erfahrungen in der Jugendarbeit mit unterschiedlichen Zielgruppen wie unorganisierten Arbeiterjugendlichen, Oberschülern und Gruppen in Jugendverbänden in der Zeitschrift „deutsche jugend“ aufbereitet und sich damit beschäftigt, wie das „Wissen vom Besseren“ — auch unter den Bedingungen von Freizeitaktivitäten — an Jugendliche vermittelt werden kann. Dabei ist für ihn die Diskrepanz zwischen dem, was ist, und dem, was möglich wäre, also die Spannung zwischen Wirklichkeit und Utopie, die entscheidende Triebfeder. Das Bessere zeigt sich nicht nur in den Menschenrechten des Grundgesetzes, sondern auch in den Bildern vom schöneren Leben im Fernsehen, in der Reklame und in den vollen Schaufenstern (vgl. Rentier 1964, S. 38). Die gesellschaftliche Wirklichkeit hinkt hinter den Ansprüchen her, die mit den programmatischen Vokabeln Gleichberechtigung, Demokratie und Freiheit verkündet werden. Die Jugendarbeit habe historisch und aktuell mit den gleichen Problemen zu kämpfen wie das Projekt der Aufklärung insgesamt: „die Autonomie des Menschen und eine bessere Gesellschaft“ (ebd., S. 41).

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Literatur

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© VS Verlag für Sozialwissenschaften/GWV Fachverlage GmbH, Wiesbaden 2006

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