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Versuch einer allgemeinen Theorie der Jugendarbeit

Kommentar zu C. Wolfgang Müllers „Versuch 1“
Chapter

Auszug

Der Ausgangspunkt von C. W. Müller, dessen Beitrag die vier Theorieversuche zur Jugendarbeit 1964 einleitet, ist eine zeitdiagnostische Analyse der Jugendarbeit in historischer Perspektive. Jugendarbeit ist ein spezifisches pädagogisches Angebot, das auf den sozialen Wandel der Industriegesellschaft reagiert. Als solche ist sie aber ihrerseits dem sozialen Wandel unterworfen. Diese Einleitung ist offenbar notwendig, da sich die Jugendarbeit der 1960er-Jahre mitten in einem Umbruch befindet: Einerseits ist sie noch stark durch die idealistische Jugendpädagogik und den Jugendbegriffder Jugendbewegung geprägt, andererseits sind aber auch Modernisierungsprozesse unverkennbar: „Jugendarbeit findet jetzt in der Gesellschaft statt“ (Müller 1964, S. 13). C. W. Müller geht hier kritisch auf die historischen und kulturellen Wurzeln der Jugendarbeit in der Jugendbewegung ein. Interessant ist von heute aus die Perspektive, die dabei sichtbar wird: Die Jugendbewegung erscheint hier nicht als ein früher bürgerlicher Vorläufer autonomer Jugendkulturen, wie wir sie heute kennen. Jugendbewegung wird vor allem beleuchtet unter dem Aspekt ihres ideologischen, antigesellschaftlichen Jugendund Gemeinschaftsmythos und deren Instrumentalisierung durch die Pädagogik.

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Literatur

  1. Cohen Albert, K. (1961): Kriminelle Jugend. Zur Soziologie jugendlichen Bandenwesens. ReinbekGoogle Scholar
  2. Müller C. Wolfgang (1964): Versuch 1. In: Müller C. Wolfgang u. a.: Was ist Jugendarbeit? Vier Versuche zu einer Theorie. München, S. 14–36Google Scholar

Copyright information

© VS Verlag für Sozialwissenschaften/GWV Fachverlage GmbH, Wiesbaden 2006

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