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Die Mobilitätsgesellschaft

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Auszug

Die Soziologie ist eine Wissenschaft, die bestehende Zustände analysiert. Die Beschäftigung mit dem Gegenstand Gesellschaft war zunächst eine Reaktion auf die vielfältigen Problemlagen in der Hochphase der Industrialisierung, die im ausgehenden 19. Jahrhundert insbesondere in der westlichen Welt zu beobachten waren: Pauperisierung, Verelendung, Entfremdung samt Herausforderungen für die politische Gestaltung. Der rasche soziale Wandel dieser Zeit geht zurück auf einen technischen und technologischen Wandel, der im Bereich der Organisation des Arbeitens und des Lebens weitreichende Veränderungen in Gang setzte (Tully 2003). Dem voraus ging ein erster starker Anstieg der Mobilität der Menschen: Denn die Industrialisierung ist ohne Mobilität nicht vorstellbar.1 Arbeit und Wohnen werden getrennt, viele Menschen verlassen das Land, um in der Stadt ihr Glück zu suchen und dem größer werdenden Elend im ruralen Raum zu entfliehen.2 Dementsprechend wuchsen die Städte zusehends. Wurden in den vorangegangenen Jahrhunderten nahezu alle Lebensvollzüge in der erweiterten Familie unter einem Dach organisiert, so setzte nun eine Ausdifferenzierung von Funktionen und Ortsbezügen ein. Dies betrifft nicht nur die Trennung von Arbeit und Wohnen, sondern ebenso die von Arbeit und Freizeit oder von Arbeit und Bildung. In dessen Folge etabliert sich weitere Mobilität, z. B. in Form von Pendler-, Ausbildungs- und Freizeitmobilität. Bereits hier wird die Selbstbezüglichkeit der Mobilität deutlich, da Mobilität Veränderungen produziert, deren Endresultat weitere Anlässe für das Mobilsein sind.

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© VS Verlag für Sozialwissenschaften | GWV Fachverlage GmbH, Wiesbaden 2006

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