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Familien in Bewegung, Ethnographie unterwegs. Migration in transnationalen Räumen zwischen Diaspora und Herkunftsland (Deutschland-Türkei)

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Auszug

Obwohl Migration mit der Mobilität von Menschen was zu tun hat, ist die Migrationsforschung in Deutschland wie in der Türkei bisher vorwiegend auf die ortsgebundene bzw. lokale Erforschung von Migrationsprozessen ausgerichtet. Jedoch ist gerade im Globalisierungsdiskurs und in Zeiten der transnationalen Migration ein horizontaler und damit grenzüberschreitender Blick auf die Akteure der Migration und ihre Migrationsdynamiken immer dringlicher geworden. Um im Wissenschaftsdiskurs und in der Forschung über Migration, Identität und Kultur neue Perspektiven und forschungsmethodische Ansätze in die Diskussion bringen zu können, ist in der Forschungspraxis ein grundlegender Paradigmenwechsel notwendig. In diesem Zusammenhang möchte ich in meinem Beitrag speziell auf den methodischen Ansatz der „multi-sited-ethnography“ (M.S.E.) bzw. der multilokalen Ethnographie oder schlicht der „Ethnographie unterwegs“ eingehen, die zugleich auch Teil der methodischen Feldforschungspraxis meines Promotionsprojekts ist. Am Beispiel der (auch) in Berlin ansässigen Probandenfamilie Gün aus meiner Forschungsarbeit werde ich im Folgenden versuchen, den methodischen Zugang der M.S.E. darzustellen. Dabei werde ich insbesondere meinen mehrtägigen Gastbesuch bei der Familie Gün in ihrem Herkunftsort Tovar in Ost-Ostanatolien, den ich im Rahmen einer vier wöchigen Forschungs-exkursion im Sommer 2003 in der Türkei unternommen hatte, zum Thema machen.

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© VS Verlag für Sozialwissenschaften | GWV Fachverlage GmbH, Wiesbaden 2006

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