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Der qualitative Sprung zur Wirtschafts- und Währungsunion (WWU)

  • Beate Kohler-Koch
  • Thomas Conzelmann
  • Michèle Knodt
Chapter
Part of the Grundwissen Politik book series (GPOL)

Zusammenfassung

Ziel dieses Kapitels ist es, die Währungsunion aus intergouvernementalistischer Sichtweise zu erklären. Das Kapitel dient dabei sowohl der Einführung in die Theorie des Intergouvernementalismus als auch der Erklärung des Zustandekommens der Währungsunion.1 Die Konzeption des Kapitels als theoriegeleitete Erklärung soll den Unterschied zu deskriptiv-chronologisch angelegten Aufarbeitungen der Währungsunion deutlich machen, wie sie in vielen Lehrbüchern zu finden ist.2

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Literatur

  1. 1.
    Das Kapitel lehnt sich — mit dem Einverständnis des Autors — an die Arbeit von Dieter Wolf (1999) an. Er hat die Währungsunion aus zwei theoretischen Perspektiven (funktionalistisch und intergouvernementalistisch) beleuchtet; nur letztere Perspektive wird hier aufgegriffen. Im folgenden Text haben wir uns bemüht, die theoriegeleitete Analyse knapp und verständlich aufzubereiten. Dort wo auf die Arbeit von Wolf zurückgegriffen wird, sind die Stellen selbstverständlich im Text gekennzeichnet.Google Scholar
  2. 2.
    Als Beispiele für — inhaltlich sehr solide — deskriptive Aufarbeitungen sei auf Thiel ( 1998: Kap. V) verwiesen.Google Scholar
  3. 3.
    Vgl. seinen zentralen Aufsatz von 1966, aber zur Kritik am Funktionalismus und Hoffmanns intergouvernementalistischen Thesen vor allem auch seine Aufsätzen von 1964 und 1982; für eine komprimierte Darstellung auch Welz/Engel (1993: 154–158).Google Scholar
  4. 4.
    Die Bezeichnung „liberal“ verweist darauf, dass (a) Individuen als relevante Akteure als Ausgangspunkte angenommen werden und (b) deren Handlungen hinsichtlich kollektiver Entscheidungen untersucht werden.Google Scholar
  5. 5.
    Der Gegenbegriff zu rationalem Handeln ist nicht irrationales, sondern normorientiertes Handeln.Google Scholar
  6. 6.
    Darin folgen wir wieder Wolf (1999: 64–67), auf den sich die folgenden Ausfiihrungen stützen.Google Scholar
  7. 7.
    Züm identifiziert zusätzlich sekundäre Einflussfaktoren (wie u.a. ein langer und dunkler Schatten der Zukunft, hohe Transaktionsdichte, asymmetrische Machtverteilung etc.), die ein Aushandlungsergebnis beeinflussen können. Diese haben vor allem in Dilemma-und Rambospielen höheren Einfluss auf eine Einigung; sie werden im Folgenden nicht berücksichtigt (Zürn 1992: 240–148).Google Scholar
  8. 8.
    Im Anschluss an die Arbeiten von Putnam (1988) hat das „two-level-game“ eine begriffliche Karriere gemacht. Meist wird es jedoch nur als Metapher verwandt. Wir stützen uns hier auf Zangl (1994, 1998), der es ursprünglich zur Hypothesenbildung im Fall internationaler Regime benutzt hat.Google Scholar
  9. 9.
    Ausführlich dazu Zangl (1994: 295–303); kurz in Wolf (1999: 65).Google Scholar
  10. 10.
    Für die Prüfung der intergouvemementalistischen Hypothesen vgl. Wolf ( 1999: 195–231 und 262–270), auf den sich diese Ausführungen stützen. Freizügigkeit im Binnenmarkt verstoßen würde. Vor allem haben Frankreich und Italien immer wieder darauf hingewiesen, dass die im Binnenmarktprogramm vorgesehene Kapitalmarktliberalisierung und die Beseitigung der Kapitalverkehrskontrollen den Mitgliedsregierungen essentielle Instrumente für die Wechselkursstabilisierung der eigenen Währung wegnähmen, ohne dass dafir ein brauchbarer Ersatz im Programm vorgesehen sei. Der könne u.a. in einer einheitlichen Währung samt gemeinsamer Geldpolitik und Europäischer Zentralbank liegen.Google Scholar
  11. 13.
    Vgl. die Fassung der verschiedenen Präferenzen in eine Auszahlungsmatrix in Wolf (1999: 219).Google Scholar
  12. 14.
    Auch für diesen Teil der Prüfung der intergouvemementalistischen Hypothesen vgl. Wolf (1999: 195–31 und 262–272), auf den sich diese Ausführungen stützen.Google Scholar
  13. 15.
    So die Formulierung im Protokoll über den Übergang zur dritten Stufe der Wirtschaftsund Währungsunion, das dem EG- und EU-Vertrag angehängt ist. In der Überarbeitung des EG-Vertrags durch den Amsterdamer Vertrag sind die Bestimmungen zur Wirtschaftsund Währungsunion in Titel VII des EG-V gefasst. Die Währungspolitik wird darin in Kapitel 2, 3 und 4 geregelt.Google Scholar
  14. 17.
    Vgl. auch Woyke ( 1998: 244); eigene Bearbeitung. Das vorrangige Ziel der EZB ist es, die Preisstabilität zu gewährleisten. Grundlegende Aufgaben des ESZB sind: die Geldpolitik der Gemeinschaft festlegen und ausführen, Devisengeschäfte durchzuführen, offizielle Währungsreserven der Mitgliedstaaten zu halten und verwalten und das reibungslose Funktionieren der Zahlungssysteme zu fördern. „Bei der Wahrnehmung der ihnen durch diesen Vertrag und die Satzung des ESZB übertragenen Befugnisse, Aufgaben und Pflichten darf weder die EZB noch eine nationale Zentralbank noch ein Mitglied ihrer Beschlussorgane Weisungen von Organen oder Einrichtungen der Gemeinschaft, Regierungen der Mitgliedstaaten oder anderen Stellen einholen oder entgegennehmen“ (Artikel 108 EG-V). Die EZB unterbreitet lediglich dem Europäischen Parlament, dem Rat und der Kommission sowie dem Europäischen Rat einen Jahresbericht (vgl. Art. EG-V 113 ).Google Scholar
  15. 18.
    Wer an einer detaillierten Aufarbeitung über den Einfluss einzelner Akteure interessiert ist, der sei auf Dyson/Featherstone (1999) verwiesen; wer mehr über den Einfluss privater Akteure wissen möchte, der lese Schwarzer/Collignon (2003) und wer die Bedeutung von Ideen kennenlernen will, dem sei Dyson (2003) empfohlen.Google Scholar

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 2004

Authors and Affiliations

  • Beate Kohler-Koch
    • 1
  • Thomas Conzelmann
    • 2
  • Michèle Knodt
    • 1
  1. 1.Universität MannheimMannheimDeutschland
  2. 2.Technische-Universität DarmstadtDarmstadtDeutschland

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