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Von einer Art Tagsatzung zur einflussreichen Institution im Bildungswesen: Die Entwicklung der Schweizerischen Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren (EDK) nach 1968

  • Lucien Criblez
Part of the Educational Governance book series (EDUGOV, volume 20)

Zusammenfassung

War im 19. Jahrhundert die Schweizerische Gemeinnützige Gesellschaft die Diskussionsplattform für sozial- und bildungspolitische Anliegen (Hunziker 1910/2005), so übernahm ab 1897 die neu gegründete Schweizerische Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren (EDK) für den Bereich des Bildungswesens diese Funktion. Die EDK ist die älteste Direktorenkonferenz der Schweiz und sie verstand sich 70 Jahre lang als Instrument zur Information, zur Beratung und gegenseitigen Verständigung, ohne über direkte politische Entscheidungskompetenzen zu verfügen. Der Institutionalisierungsgrad der Konferenz war dementsprechend niedrig (vgl. dazu Nedelmann 1995). Zu den häufigsten Geschäften der Konferenz gehörten Lehrmittelfragen, wie beispielsweise die Herausgabe des „Schweizer Mittelschulatlas“; diese dominierten die Traktandenliste bis nach dem Zweiten Weltkrieg (Weisser 1997). In diesem Beitrag werde ich den Ausbau- und Institutionalisierungsprozess der EDK um 1968 nachzeichnen und nach dem damit verbundenen Wandel des Selbstverständnisses fragen: Ausgehend von der Revision des Statuts von 1968 wird aufgezeigt, wie diese Strukturreform die Grundlage dafür geschaffen hat, dass sich die EDK als politische Behörde bis in die 1990er Jahre immer stärker zu einem einflussreichen Akteur an der Schnittstelle zwischen Bildungsadministration und Bildungspolitik wandeln konnte. Dies geschieht anhand von drei Schritten:
  1. 1.

    Ausbau der Strukturen: neues Statut (1968) und Generalsekretariat

     
  2. 2.

    Entwicklung des Budgets

     
  3. 3.

    Bildungspolitisches Engagement der EDK

     

Quellen und Literatur

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Authors and Affiliations

  • Lucien Criblez

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