Advertisement

Nationale Qualifikationsrahmen zwischen Aufbruch und Institution. Das Beispiel DQR

  • Ute ClementEmail author
Chapter
Part of the Educational Governance book series (EDUGOV, volume 7)

Zusammenfassung

Das deutsche Bildungswesen hat in Vergangenheit und Gegenwart durchaus beachtliche Reformen erlebt. Die Humboldtsche Bildungsreform, die reformpädagogischen Konzepte des 20. Jahrhunderts, die Bildungskritik der 68-er Bewegung oder die selbstkritischen Reaktionen auf die anfänglichen Misserfolge bei PISA sind nur einige der Beiträge, die die Bildungsdiskussion im In- und Ausland befruchteten. Doch so anregend solche Konzepte und einzelne (Schul-)projekte sind, so unbeweglich scheint andererseits das Strukturgefüge des deutschen Bildungssystems. Gerade durch den hohen Grad an Ausdifferenziertheit und Komplexität des systemischen Arrangements zwischen Regionen (Bund, Länder, Kammerbezirke, Regionen, Kommunen), Akteursgruppen (allgemeine und berufliche Bildung, Arbeitgeber, Arbeitnehmer) und Institutionen erfordern Veränderungen ein Maß an Aushandlung und Regulierung, das Reformen nur selten unbeschadet überstehen lässt. Der Deutsche Qualifikationsrahmen scheint ein Beispiel dafür zu sein, wie langjährige Reformanstrengungen an ihrem eigenen Prozess Schaden nehmen. Der Artikel berichtet über Ziele, Reformprozess und Stand der Diskussion über den Europäischen Qualifikationsrahmen.

Schlüsselwörter

Europäischer Qualifikationsrahmen Deutscher Qualifikationsrahmen Kompetenzorientierung Verfügungsrechte Institutionalisierung 

Literatur

  1. Allais, S., Raffe, D., & Strathdee, R. (Hrsg.). (2009). Learning from first qualification frameworks. Employment sector employment working paper 45. Genf: CES Centre for Educational Sociology.Google Scholar
  2. Arbeitskreis Deutscher Qualifikationsrahmen. (2011). Deutscher Qualifikationsrahmen für lebenslanges Lernen. Bonn: Koordiniert durch BMBF.Google Scholar
  3. BIBB, BDA, BMBF, BMWT, DGB, & DIHK. (2012). Vereinbarung Spitzengespräch. Berlin: BMBF.Google Scholar
  4. Bourdieu, P. (1982). Die feinen Unterschiede. Kritik der gesellschaftlichen Urteilskraft. Frankfurt a. M.: Suhrkamp.Google Scholar
  5. Bourdieu, P., & Steinrücke, M. (2005). Die verborgenen Mechanismen der Macht. Unveränd. Nachdr. der Erstaufl. von 1992. Hamburg: VSA.Google Scholar
  6. Brunner, S., & Diekmann, K. (2007). Hintergrundpapier zur Gesetzesfolgenabschätzung bei Errichtung eines Europäischen Qualifikationsrahmens und eines deutschen Nationalen Qualifikationsrahmens. Berlin: DIHT.Google Scholar
  7. Brunner, S., Esser, F. H., Kloas, P.-W., & Witt, D. (2005). Berufliche Bildung für Europa. Modell für einen europäischen und nationalen Qualifikationsrahmen. Berufsbildung in Wissenschaft und Praxis, 3,45–48.Google Scholar
  8. Clement, U., & Jammal, E. (2008). Vertrauen in Nationale Qualifikationsrahmen. Von der gemeinsamen Konstruktion sozialen Vertrauens in neue Institutionen der beruflichen Bildung. Unveröffentlichter Bericht an die GTZ. Eschborn.Google Scholar
  9. Commission of the European Communities. (2000). A memorandum of lifelong learning. Lissabon.Google Scholar
  10. Dehnbostel, P., & Gonon, P. (Hrsg.). (2004). Informell erworbene Kompetenzen in der Arbeit – Grundlegungen und Forschungsansätze. Bielefeld: Bertelsmann.Google Scholar
  11. Dehnbostel, P., Neß, H., & Overwien, B. (2009). Der Deutsche Qualifikationsrahmen. Positionen, Reflexionen und Optionen. Ein Gutachten im Auftrag der Max-Traeger-Stiftung. GEW. Online verfügbar unter info@gew.de. Zugegriffen: 17. Juli 2012.Google Scholar
  12. DQR-Büro. (2010). Expertenvotum zur Zweiten Erarbeitungsphase des Deutschen Qualifikationsrahmens. http://www.s-management-akademie.de/_.../DQR_II_Phase_A_Einfuehrung.php. Zugegriffen: 17. Mai 2014.
  13. Drexel, I. (2005). Das duale System und Europa. Ein Gutachten im Auftrag von ver.di und IG Metall. Berlin: VER.DI, IG METALL.Google Scholar
  14. Europäische Kommission. (2002). The Copenhagen declaration. Kopenhagen.Google Scholar
  15. Europäische Kommission. (2005). Towards a European qualifications framework of lifelong learning. Consultation document (Draft). Brüssel.Google Scholar
  16. Europäische Kommission. (2006). European credit system for vocational education and training (Draft). A system for transfer, accumulation and recognition of learning outcomes in Europe. Brüssel: EU.Google Scholar
  17. Gehmlich, V. (2008). Die Einführung eines Nationalen Qualifikationsrahmens in Deutschland. Untersuchung der Möglichkeiten für den Bereich des formalen Lernens. Bonn: BMBF, Referat für Grundsatzfragen der Beruflichen Bildung.Google Scholar
  18. Gnahs, D. (2010). Der Deutsche Qualifikationsrahmen. Dokument aus der Reihe „Die Fakten“ des DIE. http://www.die-bonn.de/doks/gnahs1001.pdf. Zugegriffen: 17. Mai 2014.
  19. Handley, D. (2003). Assessment of competencies in England’s national vocational qualification system. In G. Straka (Hrsg.), Zertifizierung non-formell und informell erworbener beruflicher Kompetenzen (S. 57–67). Münster: Waxmann.Google Scholar
  20. Koch, M., & Straßer, P. (Hrsg.). (2008). In der Tat kompetent. Zum Verständnis von Kompetenz und Tätigkeit in der beruflichen Benachteiligtenförderung. Bielefeld: Bertelsmann.Google Scholar
  21. Kuda, E., & Strauß, J. (2006). Europäischer Qualifikationsrahmen. Chancen oder Risiken für Arbeitnehmer und ihre berufliche Bildung in Deutschland. WSI Mitteilungen, 11, 630–637.Google Scholar
  22. Luhmann, N. (2009). Vertrauen. Ein Mechanismus der Reduktion sozialer Komplexität (4. Aufl.). Stuttgart: UTB.Google Scholar
  23. Meyer, J. W., & Rowan, B. (2009). Institutionalisierte Organisationen. Formale Struktur als Mythos und Zeremonie. In S. Koch & M. Schemmann (Hrsg.), Neo-Institutionalismus in der Erziehungswissenschaft. Grundlegende Texte und empirische Studien (S. 28–57). Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften.CrossRefGoogle Scholar
  24. Neuberger, O. (2006). Vertrauen vertrauen? Misstrauen als Sozialkapital. In K. Götz (Hrsg.), Vertrauen in Organisationen (S. 11–55). München: Hampp.Google Scholar
  25. Offe, C. (1975). Berufsbildungsreform. Eine Fallstudie über Reformpolitik. Frankfurt a. M.Google Scholar
  26. Raffe, D. (2009). Can national qualifications frameworks be used to change education and training systems? CES Briefing 48. University of Edinburgh.Google Scholar
  27. Ripperger, T. (1998). Ökonomik des Vertrauens. Tübingen: Mohr Siebeck.Google Scholar
  28. Sloane, P. (2012). Möglichkeiten und Grenzen der Erfassung und Dokumentation informell und non-formal erworbener Kompetenzen. Universität Paderborn. http://www.deutscherqualifikationsrahmen.de. Zugegriffen: 17. Juli 2012.
  29. Walterscheid, K. (1988). Markt, Staat und, Voluntary’ Sektor im Bildungswesen. Zeitschrift für Berufs- und Wirtschaftspädagogik, 84(8), 684–699.Google Scholar
  30. Weber, M. (1922). Wirtschaft und Gesellschaft. Grundriß der verstehenden Soziologie. TübingenGoogle Scholar
  31. Wheelahan, L. (2009). From old to new. The Australian qualifications framework. In S. Allais, D. Raffe, R. Strathdee, L. Wheelahan, & M. Young (Hrsg.), Learning from first qualification frameworks. Employment sector employment working paper 45 (S. 91–135). Genf: ILO.Google Scholar
  32. Young, M. (2009). National vocational qualifications in the United Kingdom. Their origins and legacy. In S. Allais, D. Raffe, R. Strathdee, L. Wheelahan, & M. Young (Hrsg.), Learning from first qualification frameworks. Employment sector employment working paper 45 (S. 5–30). Genf: CES.Google Scholar

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 2016

Authors and Affiliations

  1. 1.Institut für BerufsbildungUniversität KasselKasselDeutschland

Personalised recommendations