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Max Weber und andere (Medien-) Soziologen

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Zusammenfassung

Unsere Studie ist einer doppelten Fragestellung gefolgt: Warum hat sich die Soziologie beim Thema ‚Massenmedien’ als so impotent erwiesen? Und warum hat die dann fachlich zuständige Zeitungswissenschaft/Kommunikationswissenschaft ihre eigenen Wurzeln (empirische Medien- und Journalismusforschung/Journalistik) jahrzehntelang ignoriert? Die Suche nach Antworten erweist sich als schwierig. Dass nun gerade die deutsche Soziologie kein nachhaltiges Interesse an Medien und Journalismus gezeigt hat, wirkt sogar paradox, und zwar aus mehreren Gründen. Erstens war ihr Pionier Max Weber, wie wir gesehen haben, auch ein bedeutender Mediensoziologe. Zweitens bildete seine Presse-Enquête den fulminanten Auftakt für den Versuch, ‚organisierte Soziologie’ überhaupt als Forschungsprogramm zu etablieren. Drittens haben sich Kandidaten für sein ‚Erbe’ wie Habermas und Luhmann durchaus mit Medien und Journalismus beschäftigt und andere große Vertreter des Fachs wie Adorno und Bourdieu (zumindest) als engagierte Medienkritiker betätigt. Erstaunlicherweise sucht die Soziologie auf die zentrale Frage, wie Wissen sozial produziert wird, bis heute nach Antworten, ohne den Faktor ‚Massenmedien’ angemessen in Erwägung zu ziehen – obwohl der moderne soziologische Wissensbegriff angeblich „alle in einer Gesellschaft vorfindlichen und für die Handlungsorientierung relevanten Wissensarten“ umfasst, wie Srubar (2010: 64) betont.

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© Springer Fachmedien Wiesbaden 2012

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