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Allgemeiner theoretischer Rahmen: Postmoderne, Residuen, Angst, Ästhetik und Hybridität

  • Olaf Kühne
Part of the RaumFragen Stadt – Region – Landschaft book series (RFSRL)

Zusammenfassung

Kaum ein anderer Begriff der philosophischen und sozial- und kulturwissenschaftlichen Gegenwartsdiagnose hat die mit Gesellschaft befassten Wissenschaften wie auch die interessierte Öffentlichkeit seit mindestens drei Jahrzehnten „so sehr fasziniert und in Atem“ (Eickelpasch 2000: 11; Best/Kellner 1991) gehalten wie der Begriff der Postmoderne13. Dieser relationale Begriff der Postmoderne (er erhält erst durch die Konturierung in Bezug auf die Moderne Anschlussfähigkeit; Friesen 1995) bleibt dabei bis zum gegenwärtigen Zeitpunkt undeutlich, bisweilen stereotyp, teilweise schlaglichthaft und stellt eine grobe Vereinfachung komplexer gesellschaftlicher Prozesse dar (Pfeiffer 1999, vgl. auch Kühne 2006a).Wer sich mit Postmoderne auseinandersetzt, verstrickt sich nicht selten in einen „terminologischen Irrgarten“ (Bertens 1987: 47). Grundsätzlich lässt sich der Begriff der Postmoderne – ohne der Komplexität des Begriffs gerecht zu werden – negativ als Nicht-Moderne abgrenzen. Dabei ist die Moderne „nicht plötzlich in die Postmoderne übergegangen, wobei eine Zeit zwischen den Zeiten entstand, eine Zwischenzeit, in der eine Unbestimmtheit herrschte, die offensichtlich im Pluralismus der Postmoderne und ihrer Beurteilung fortbesteht“ (Friesen 1995: 50). Der postmoderne Pluralismus erschöpft sich nicht in der Pluralisierung von Lebensstilen, räumlichen Strukturen, wirtschaftlichen Entwicklungen, ästhetischen Deutungen etc., sondern bezieht sich auch auf die Regeln der Lebensführung. Dieser Pluralismus der Regeln „lässt die moralischen Entscheidungen (und im Gefolge das moralische Bewusstsein) als intrinsisch und irreparabel ambivalent erscheinen“ (Bauman 2009a: 38; Hervorh. i. O.; zur Bedeutung von Ambivalenz in der Soziologie Baumans siehe Junge 2002).

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Copyright information

© VS Verlag für Sozialwissenschaften | Springer Fachmedien Wiesbaden 2012

Authors and Affiliations

  • Olaf Kühne
    • 1
  1. 1.Universität SaarbrückenSaarbrückenDeutschland

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