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Zusammenfassung

Goethe und Marianne sind einander bis zuletzt im Herzen nahe und durch das schriftliche Wort verbunden geblieben: in dieser Art ist das im Goethe-Leben ein einzigartiges Phänomen. Vom 15. Februar 1832 stammt Mariannes letztes Schreiben, vom 29. Februar Goethes letzte Äußerung. Und am 23. März berichtet Eckermann an Marianne: er hat noch wenige Tage vor seinem Hinscheiden Ihrer gedacht.272 Seit 1820 bieten sich dem Biographen keine eigentlichen Probleme mehr: Schicksal und Wille hatten entschieden, das Widerstrebende war zur Fügsamkeit gezwungen, der Weg gewiesen, den die Liebenden gehn mußten und den sie — nicht wunschlos und nicht leidlos, aber ergeben und des Unverlierbaren gewiß — gegangen sind. Der Briefwechsel wird nun regelmäßiger. Nicht sollen mehr wie bisher unerträgliche Pausen die Mittheilung unfreundlich unterbrechen, meint Goethe am 2. September 1820. Und er setzt, wie als Motto für die kommenden Jahre, bedeutsam hinzu • Wenn es eine Zeit zu schweigen gab, so gebe es auch eine Zeit zu reden und zu schrei ben.273 Schon zu Weihnachten desselben Jahrs empfängt Marianne (deren Brief unterwegs ist) die zärtliche Mahnung:

Du! Schweige künftig nicht so lange, Tritt freundlich oft zu mir herein; Und laß bey jedem frommen Sange Dir Glänzendes zur Seite seyn.274

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© Springer-Verlag GmbH Deutschland 1948

Authors and Affiliations

  • Hans Pyritz

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