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Der Sommer 1815

  • Hans Pyritz
Chapter

Zusammenfassung

Die innern Umstände, unter denen sich Goethe 1815, zwei Monate früher als im Vorjahr, zum abermaligen Zug ins Jugendland angeschickt hat, sind von einer eigenartigen und fast entmutigenden Problematik.52 Derselbe Goethe, der 1814 die Heimat mit allen Sinnen ausgekostet, ein Fest der körperlichen und geistigen Befreiung in ihr gefeiert und übers Jahr z’u wiederholen ersehnt hatte, der noch am 18. Januar 1815 im Nachgenuß des vergangenen Sommers an Nikolaus Meyer schrieb: Denn freylich haben jene Gegenden einen Glanz und eine Heiterkeit, die wir in nördlicher Lage vermissen53 — er klagt im Mai, als der Aufbruch bevorsteht, gegen Carl August, Knebel, Zelter, Woltmann, Sartorius, daß ihn wider eigenen Willen der Wunsch der Ärzte und Freunde, ja das Geheiß der Großherzogin nach Wiesbaden treibe.54 Die wohltätige Quellenstadt, der er dankbar gehuldigt hatte, schreckt ihn jetzt mit Welt- und Badegetümmel, wo man wohl Heilung, aber keine Erquickung hoffen darf.55 (Die Furcht vor der Unruhe des Kurbetriebs war durch Erfahrung längst beschwichtigt und sollte auch diesmal gegenstandslos sein!) Und hatten ihm Rhein und Main nicht die alte, fast vergessene Melodie seines Ursprungs ins Herz geraunt? Nun spricht er gallig von Geld und Zeit am Rhein vergeuden.56

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© Springer-Verlag GmbH Deutschland 1948

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  • Hans Pyritz

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