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Goethes Eintritt in den Willemer-Kreis

  • Hans Pyritz
Chapter

Zusammenfassung

Als Goethe im Juli 1814 zur Fahrt in die rheinische Heimat aufbrach, bestimmten und geleiteten ihn Erwartungen der verschiedensten Art: der Wunsch, die Heilkraft der Quellen Wiesbadens zu erproben; die Aussicht auf die Boisseréeschen Sammlungen, auf die ihn geduldiges Werben endlich begierig zu machen verstanden hatte; dahinter die stark gewordene Sehnsucht, nach langen Jahren das Land seiner Kindheit wiederzuschauen; und über allem ein drängendes Verjüngungs- und Erneuerungsgefühl, dessen Tendenzen noch ungewiß waren, das aber eine schicksalhafte Entscheidung, eine abermalige Lebenswende anzukündigen schien.30 Zu den alten Frankfurter Bekannten und Freunden, die es zu begrüßen galt, zählte auch der Bankier Willemer; schwerlich indessen hat damals sein Name und Haus auf Goethe einen besondern Reiz geübt, der als ein weiteres Reisemotiv hätte Geltung gewinnen können. Und von Willemers Hausgenossin wußte er im Grunde wenig: kaum mehr, als ihm Christiane nach ihrem Besuch in Frankfurt im Herbst 1808 berichtet hatte und als ihm in gelegentlichen Briefen und Gesprächen aus der Vaterstadt zugekommen war. Das mochte — wie wir sahen — für Goethe genügen, um sich von den Verhältnissen, die zwischen den beiden Menschen walteten, ein Bild zu machen; aber es reichte nicht aus, um eine tiefere Anteilnahme an der Persönlichkeit der fremden Frankfurterin wachzurufen.

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© Springer-Verlag GmbH Deutschland 1948

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  • Hans Pyritz

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