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Zusammenfassung

  • Eva Kolinsky
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Zusammenfassung

Für das Engagement des Expressionismus, das als Kritik am Krieg in den literarischen Periodika hervortritt, wird die deutsche Revolution zum Prüfstein seines politischen Charakters. Das Gewicht, das der Revolution vom 9. November 1918 zukommt, gründet sich nicht allein auf den Wandel des politischen Systems zur Weimarer Republik, der die Rolle der Intellektuellen und Künstler als Opponenten des wilhelminischen Kaiserreiches aufheben oder verändern kann, also eine neue Bestimmung des gesellschaftlichen Ortes der Literatur verlangt. Die Bedeutung der Revolution für den zeitkritisch engagierten Expressionismus beruht auch auf der Schlüsselfunktion, die dem Kriegsende beigemessen wird. Unter dem Eindruck des martialischen Geschehens formuliert sich in allen Zeitschriften ein Protest, der den Krieg als unmenschlich entlarven und die Hoffnung auf eine bessere, menschliche Welt bewahren oder wecken will. Das Kriegsende ist historischer Fixpunkt der Utopie, Ende des Krieges und Beginn neuer Zeit scheinen identisch. Die Revolution in Deutschland löst jedoch keines der vielfältigen Postulate ein, die sich ihr auf politischem und künstlerischem Gebiet verbinden. In den Zeitschriften härtet sich die Erkenntnis, daß die aktuellen Ereignisse nach November 1918 die Utopie eines grundsätzlichen Neubeginns nicht erfüllten, zum Indiz für die Negativität der Zeit. Nachkriegszeit gilt als ungebrochene Fortsetzung der Kriegszeit. Der Widerhall der politischen Begebenheiten in den Periodika verschweigt den politischen Wandel, der in Deutschland mit dem Übergang von Kaiserreich zu Republik sich vollzog.

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© Springer-Verlag GmbH Deutschland 1970

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  • Eva Kolinsky

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