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Politik der Jüngsten. Zum literarisch-politischen Ort der zweiten Generation des Expressionimus

  • Eva Kolinsky
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Zusammenfassung

Im Januar 1918 beginnt in Dresden die Monatsschrift für neue Kunst Menschen zu erscheinen, [1] deren erste drei Hefte den Zusatz Werbeblatt tragen. Zwar scheint naheliegend, dieses Etikett als taktisches Mittel zu werten, das den Anspruch der Periodizität negieren soll, um einen möglichen Eingriff der nicht restlos beseitigten Zensur zu unterbinden, doch spricht gegen diese These, daß die Zeitschrift noch Ende November 1918, als die literarische Zensur bereits abgeschafft war, ein Sonderflugblatt und Werbenummern veröffentlicht und der Monatsschrift für neue Kunst in der Regel ein Reklameblatt beiliegt, das Erzeugnisse des Felix-Stiemer-Verlags empfiehlt. [2] Denn Menschen ist »Organ und Manifest« [3] des Stiemer-Verlags, der im Dezember 1917 in Dresden gegründet wurde, um den in der Gruppe 1917 vereinigten Schriftstellern und bildenden Künstlern den Weg in die Öffentlichkeit zu bahnen. [4] Neben der Zeitschrift gab der Verlag drei Literaturreihen, Dichtung der Jüngsten, Das neueste Gedicht, Der Schrei und Graphik-Mappen heraus, [5] die Arbeiten des Autorenkreises enthielten, der die Zeitschrift Menschen trug. Vor allem Heinar Schilling, Walter Rheiner, Rudolf A. Dietrich, Richard Fischer, Gerhard Ausleger, Bess Brenck Kalischer und Rudolf A. Leinert sind hier zu nennen. Werbung, in deren Gewand Menschen anfangs auftritt und die sie durch die zahlreichen Reklameblätter weiterhin mit literarischer Aussage verquickt, übernimmt die herkömmliche Funktion, Erzeugnisse einer Firma anzupreisen. Da jedoch die Autoren der Zeitschrift den Verlag für ihre eigenen Publikationen gegründet haben, avisieren sie ihre eigenen Arbeiten.

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Anmerkungen

  1. 35.
    Recha, Rothschild, Offener Brief an Ludwig Rubiner, M. I, 10 (15. Dez. 1918).Google Scholar
  2. 53.
    Hiller, Künstler und Kämpfer. In: Das Tribunal I, 1, Jan. 1919, S. 8.Google Scholar
  3. 69.
    Friedrich Wolf, Präludium zu den nächstkommenden Tagen. In: Die rote Erde I, 2 (Juli 1919), S. 59.Google Scholar
  4. 77.
    Gordon A. Craig, Engagement and Neutrality in Weimar Germany. In: Journal of Contemporary History II, 2 (1967), S. 49.CrossRefGoogle Scholar
  5. 78.
    Schilling, Offener Brief an Henri Barbusse. In: Sonderflugblatt zur ersten Tagung des Rates der Geistesarbeiter (21. Nov. 1918).Google Scholar
  6. 79.
    Heinar Schilling, Jugend! Arbeiter! Mitbürger! In: M. Montagsblatt, Werbeblatt Nr. 11 (Ende Dezember 1918), Jg. 1919.Google Scholar
  7. 83.
    K. Römer, Dem Gedächtnis des 8. November. In: M. Montagsblatt (Werbenummer), Nr. 1 (13) vom 6. Jan. 1919, S. 3.Google Scholar
  8. 85.
    Vgl. Eugen Styx, Worte zur Revolution. In: M. II, 5 (46/47) vom 6. und 13. Juli 1919, S.6.Google Scholar
  9. 86.
    Felix Stiemer, Politische Kunst. In: M. I, 10, (15. Dez. 1918).Google Scholar
  10. Vgl. Agora. Hrsg. von Ludwig-Georg-Gymnasium (Darmstadt 1956). K. Heyd, Die Dachstube. Literarisches Flugblatt 1915–1918. In: Merian 4 (1951/52), S. 46–48.Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag GmbH Deutschland 1970

Authors and Affiliations

  • Eva Kolinsky

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