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Politik des neuen Menschen. Zum politisch-kritischen Ort literarischer Zeitschriften, deren Bezugsgruppe keine politische Partei bildet

  • Eva Kolinsky
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Zusammenfassung

Daß »alles anders« zu werden habe, stand als Formel revolutionären Umbruchs, der den Krieg auslöschen könne, schon während der letzten Kriegsjahre fest. [1] Neubeginn schien dem als Katastrophe erfahrenen Krieg verschwistert; doch fächert sich das gemeinsame Postulat eines Neubeginns nach Kriegsende bereits vor November 1918 in politische Stränge, die allenfalls negativ, durch ihre KriegsgegnerSchaft, verbunden bleiben. Die Aktion und die ihr nahestehenden Blätter unterlegen dem postulierten Neubeginn das politische Programm einer sozialistischen Revolution, die auch Deutschland auf den russischen Weg zur Weltrevolution zu führen habe. Was mit dem 9. November und in der Folgezeit in Deutschland geschieht, erweist sich unter dieser Perspektive als unzureichend, als Vormarsch der Gegenrevolution. Im vorliegenden Kapitel werden Periodika betrachtet, die auch in dem Sinne keiner politischen Partei zugehören, als sie dem Programm eines revolutionären Sozialismus, der in Rußland sein Vorbild sieht, fernstehen. Schickeies Zeitschrift Die Weißen Blätter und Friedrich Burschells Revolution und Neue Erde [2] versuchen nach Kriegsende, den Entwurf eines neuen Menschen in dem Entwurf revolutionären Umbruchs zu bewahren.

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Anmerkungen

  1. 4.
    Schickele, Nachwort. In: W. B. VI, 10 (Oktober 1919), S. 433.Google Scholar
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© Springer-Verlag GmbH Deutschland 1970

Authors and Affiliations

  • Eva Kolinsky

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