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Weltwende und Sozialismus. Zum politisch-kritischen Ort literarischer Zeitschriften, deren Bezugsgruppe eine politische Partei bildet

  • Eva Kolinsky
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Zusammenfassung

Mit dem Ausbruch der deutschen Revolution im November 1918 schwand für den Herausgeber der Aktion die Nötigung, durch seine Zeitschrift mit scheinbar unpolitischen Mitteln gegen den Krieg und die gesellschaftlichen Kräfte, die ihn schürten und billigten, politisch zu wirken. Da Pfemfert auch die künstlerischen Beiträge, die sein Blatt zum Dokument des deutschen Expressionismus machten, als Medien politisch-kritischer Aufrüttelung betrachtete, wichen sie weitgehend den Formen direkter Aussage, dem Aufsatz, dem Aufruf, dem Bericht oder der Polemik, als literarische Zensur Verschleierung nicht mehr aufzwang. [1] »Pfemfert mochte die ›Thronerhebung des Herzens‹, das Verbrüderungspathos, die Vision von einem hungernden Volk, das ›feierlich‹ aufsteht, solange genügen, wie es als Ausdruck eines allgemeinen utopischen Verlangens die Rechtmäßigkeit seines Kampfes bestätigte und die ›lyrische‹ Verkleidung die einzige Möglichkeit einer ideologischen Gesinnungsäußerung war; später mußte es ihm als unnötiger Umweg des direkten politischen Handelns erscheinen«. [2] Die literarischen und die graphischen Beiträge, die die Aktion seit ihrer zweiten Novembernummer 1918 veröffentlicht, zeigen eine Wende zur unverblümten politischen Kundgabe an, zur »Agitation«. [3] Diese Agitation gilt einerseits dem Votum für eine sozialistische Revolution, die zur Weltrevolution führen müsse, und zielt andererseits polemisch auf die Ansätze, in Deutschland 1918 eine bürgerliche Demokratie zu errichten.

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Anmerkungen

  1. 1.
    Vgl. Ernst Drahn, Die Daten der Revolution. In: Deutscher Revolutionsalmanach für das Jahr 1919. Über die Ereignisse des Jahres 1918 (Hamburg/Berlin 1919), S. 58.Google Scholar
  2. 21.
    Tankred Dorst und Helmut Neubauer, Die Münchner Räterepublik. Zeugnisse und Kommentar (Frankfurt 1966).Google Scholar
  3. 62.
    Herzog, Der geistige Typus des Revolutionärs. In: F. III,3 (Dez. 1918), S. 182–84.Google Scholar
  4. 65.
    Herzog, Sie wissen nicht, was sie tun. In: F. III, 5 (Febr. 1919), S. 346.Google Scholar
  5. 70.
    Herzog, Gibt es noch eine Rettung? In: F. III,7, (Apr. 1919), S. 515.Google Scholar
  6. 71.
    Willi Dünwald, Briefe zu einer geistigen Revolution. In: F. III, 11 (Aug. 1919), S. 884.Google Scholar
  7. 74.
    Herzog, Notizbuch. Die Internationale des Geistes. In: F. IV, 1 (Okt. 1919), S. 75,Google Scholar
  8. 80.
    Herzog, Indentität von ›Demokratie‹ und ›Diktatur‹. In: F. III, 12 (Sept. 1919), S. 907.Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag GmbH Deutschland 1970

Authors and Affiliations

  • Eva Kolinsky

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