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Zusammenfassung

Johann Gottfried Seume ist in der literarischen Öffentlichkeit bis heute ein weithin Unbekannter, in der Literaturgeschichte ein Verkannter geblieben. Eine wissenschaftlich zuverlässige Ausgabe seiner Schriften gibt es nicht, und die letzte umfängliche Sammlung seiner Werke liegt nunmehr schon fast hundert Jahre zurück. In der Germanistik blieb eine Seume-Rezeption aus oder verlief in vieler Hinsicht unbefriedigend. Die Gründe hierfür sind zahlreich; sie reichen von der teilweisen Verstümmelung und dem zeitweiligen Verbot seiner Schriften, der Ablehnung von Thematik und Form seiner Dichtung im besonderen bis hin zur Abwertung der »Aufklärung« als literarisch-philosophischer Epoche und der Traditionslosigkeit des politischen Schriftstellers in Deutschland im allgemeinen.

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Anmerkungen

1. Seumes Stellung in der literarischen Öffentlichkeit und in der Literaturgeschichte

  1. 1.
    Ulrich Braeker: Lebensgeschichte und Natürliche Ebentheuer des armen Mannes im Tockenburg. 1789.Google Scholar
  2. Hans Mayer betont in seinem Aufsatz »Aufklärer und Plebejer: Ulrich Bräker, der arme Mann in Tockenburg«, in: Von Lessing bis Thomas Mann. Wandlungen der bürgerlichen Literatur in Deutschland. Pfullingen 1959, S. 110–133 zu stark die Unterschiede in der sozialen Herkunft Seumes und Bräkers. Seume stammt keineswegs aus weniger beengten Verhältnissen als Braker.Google Scholar
  3. 6.
    Robert E. Prutz: Die politische Poesie der Deutschen. Leipzig 1845, S. 253.Google Scholar
  4. 7.
    Vorwort von Werner Kraft zu: J. G. Seume: Prosaschriften. Köln 1962, S. 8.Google Scholar
  5. 9.
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  9. 10.
    Vgl. dazu Georg Lukács: Die Zerstörung der Vernunft. Neuwied und Berlin 1962, besonders das 2. Kapitel: »Die Begründung des Irrationalismus in der Periode zwischen zwei Revolutionen 1789–1848«.Google Scholar
  10. Siehe auch: ders.: Größe und Grenzen der deutschen Aufklärung. In: Fortschritt und Reaktion in der deutschen Literatur. Berlin 1947, S. 12–31.Google Scholar
  11. 11.
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  13. und in: Gero von Wilpert: Lexikon der Weltliteratur. Stuttgart 1963.Google Scholar
  14. 13.
    Vgl. dazu den sehr informativen Aufsatz von Werner Krause: Die französische Aufklärung und die deutsche Geisteswelt. In : Perspektiven und Probleme. Zur französischen und deutschen Aufklärung und andere Aufsätze. Neuwied und Berlin 1965, S. 121–142.Google Scholar
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  16. 21.
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2. Seume im Urteil der Zeitgenossen

  1. 1.
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  7. 18.
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  8. 32.
    Garlieb Merkel: Darstellungen und Charakteristiken aus meinem Leben. Bd. 2, Leipzig 1839–40, S. 45.Google Scholar

3. Literaturbericht

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  6. 7.
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  7. 9.
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  8. 10.
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  9. 12.
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  10. 16.
    Adolf Kohut: J. G. Seume als Mensch, Dichter, Patriot und Denker. Berlin 1910.Google Scholar
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  12. 17.
    Hier ist besonders zu denken an die Schrift von Kurt Arnold Findeisen: Johann Gottfried Seume. Wanderer, Soldat, Patriot. Dresden 1938.Google Scholar
  13. 19.
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  14. 20.
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  16. 27.
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  17. 29.
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  18. 34.
    Vgl. auch Werner Kraft: Johann Gottfried Seume. In: Rebellen des Geistes. Stuttgart 1968, S. 135–163.Google Scholar
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  28. 43.
    Vgl. dazu auch Adolf Beck: Hölderlin als Republikaner. In: Hölderlin-Jahrbuch 1967/8, S. 32 f.Google Scholar
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Copyright information

© Springer-Verlag GmbH Deutschland 1973

Authors and Affiliations

  • Inge Stephan
    • 1
  1. 1.ItzehoeDeutschland

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