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Das τρίτος ἄνϑρωπος-Schema als Modell dialektischer Beziehung

  • Arend Kulenkampff
Chapter

Zusammenfassung

Der Parmenides-Dialog »wohl das größte Kunstwerk der alten Dialektik« [1], enthält — in bekanntem Gegensatz zur platonischen Ideenlehre der sogenannten klassischen Schriften — ein Argument wider die Auffassung der Idee als des real und wahrhaft Seienden über dem Seienden, worin nichts geringeres als das Modell dialektischer Beziehungen auch und gerade im Sinne der spekulativen Philosophie Hegels zu erblicken ist. Hierbei ist unerheblich, welchen Stellenwert das unter dem Namen τρίτος ἄνϑρωπος geläufige Argument im Parmenides sowie im Gesamtzusammenhang der Ideenlehre Platons besitzt; für uns ist allein der Kern der Sache interessant: daß eine bestimmte Konzeption von Eidos, Form, Begriff zu Widersprüchen führt. Es gilt zu zeigen, daß der kantisch-transzendentallogische Begriff der Form, gekennzeichnet dadurch, daß Synthesis oder das Formspezifische transzendentaler Form ein nur im Vollzug lebendiges, gegenständlich nicht isolierbares X ist, die endgültige Antwort auf die Platonische Aporie des ›Dritten‹ darstellt. Diese Antwort ist in einem wesentlichen Punkt agnostisch: vom Verstande, als gleichbedeutend mit Einheit der Apperzeption [2] und »Vehikel der Kategorien« [3], mithin Inbegriff transzendentaler Form, können wir »niemals den mindesten Begriff haben« [4].*

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© Springer-Verlag GmbH Deutschland 1969

Authors and Affiliations

  • Arend Kulenkampff
    • 1
  1. 1.HamburgDeutschland

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